FCSG ganz unten
Fussball. Nach dem FC Herisau steigt auch der FC St.Gallen eine Liga tiefer ab: Eine Fussballregion im Katzenjammer.
Analysen hin oder her: Der FC St.Gallen schliesst eine missratene Niederlage mit einer verdienten Niederlage ab. Die Konsequenz ist nur logisch: Auf die St.Galler wartet die Challenge League.
Fussball ist furchtbar. Furchtbar einfach. Und furchtbar gerecht. Alle Teams starten am selben Punkt, spielen gleich oft gegen dieselben Gegner. Die Gewinner stehen oben, die Verlierer unten. Der FC St.Gallen stand in dieser Saison sehr früh sehr tief unten, hatte viel Zeit, das Blatt zu wenden, wurde dabei von einem fantastischen Publikum getragen, hatte die Vision des neuen Stadions vor Augen – und wurde den Erwartungen nicht gerecht. Bei aller Enttäuschung wird kaum ein Anhänger des FCSG den Abstieg in die Challenge League als ungerecht empfinden; tragisch, traurig, schmerzhaft – aber nicht ungerecht.
Die AC Bellinzona hat den FC St.Gallen in der Barrage zwei Mal geschlagen. Die Ausgangslage vor dem Rückspiel, der letzten Partie im Espenmoos, war nicht schlecht, brachte der FCSG doch zwei Auswärtstore in der Bilanz mit. Doch die Tatsache, dass die Mannschaft bei dieser «Alles oder nichts»-Partie ausser zwei oder drei Halbchancen nichts zustande brachte, weist auf ein eingeschränktes Potenzial hin. Wäre spielerisch mehr möglich gewesen, hätte das Team diese Fähigkeiten in extremis wohl abgerufen; offenbar gab es da nichts mehr abzurufen.
Bellinzona ging nach dem ersten Drittel der Partie in Führung, der zweite Treffer kurz vor Schluss war logische Konsequenz einer allerletzten verzweifelten Offensive der St.Galler. Zeit, auf die Führung der Tessiner zu reagieren, hätte der FCSG genügend gehabt, doch fehlte ein erkennbares Konzept, und kein Spieler übernahm die Führung, niemand riss die anderen zehn mit.
Die Konsequenzen sind dramatisch. Die AFG ARENA, dieses gigantische Bauwerk, das einer ganzen Region Auftrieb geben soll, wird nun einen Club der Challenge League beherbergen. Vielleicht werden Gespräche mit Aufsteiger Vaduz folgen, dem ausländischen Verein, der nächste Saison in der Super League spielen wird. Doch ein oberklassiges St.Gallen mit seinem grandiosen Publikum werden die Kicker aus dem Fürstentum natürlich nicht ersetzen können.
Schlimmer konnte es nicht kommen. Und doch muss es weiter gehen. Auch das wieder eine banale Fussballweisheit. Furchtbar. Furchtbar einfach.
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