Fahrerwechsel im dümmsten Moment
Zug/ZG. Ein Mann hat sein Auto einer angetrunkenen Kollegin überlassen. Als er merkte, wie es um den Fahrstil der Lenkerin steht, wollte er das Steuer wieder an sich nehmen. Doch die Polizei war schon da und merkte, dass nicht bloss Alkohol im Spiel war.
Donnerstagnacht (10. Juni 2010), im Blickfeld einer Polizistin und eines Polizisten bekundete eine Autofahrerin kurz nach 02:30 Uhr merklich Mühe aus einem Parkfeld beim Zuger Regierungsgebäude zu fahren. Wenig später blieb das Fahrzeug auf der Bahnhofstrasse gleich ganz stehen – Motor abgewürgt. Die Insassen entschieden sich darauf, einen Fahrerwechsel vorzunehmen.
So rutschte die Lenkerin auf den Beifahrersitz und ihr Mitfahrer nahm hinter dem Steuer Platz. Noch bevor die Fahrt weiterging, kontrollierte die Zuger Polizeipatrouille die zwei. Während die Atemalkoholprobe dem 33-jährigen Deutschen einen nüchternen Zustand bescheinigte, fiel der Test bei seiner Kollegin, einer 24-jährigen Landsfrau, mit über 0.8 Promille positiv aus. «Meinen Führerausweis habe ich zu Hause liegen lassen», sagte sie keck. Auf dem Weg zur Blutentnahme im Spital stoppte man am Baarer Wohnort der 24-Jährigen, um den besagten Ausweis zu holen. Nachdem auch die letzte Handtasche durchsucht war, gab die Beschuldigte
schliesslich zu, gar keine Fahrberechtigung zu besitzen.
Beide wurden bei der Staatsanwaltschaft Zug angezeigt. Der 24-Jährigen wurde zusätzlich ein unbefristetes Fahrverbot für die Schweiz erteilt. Ihr Kollege musste wegen des Überlassens des Fahrzeuges an die angetrunkene sowie nicht fahrberechtigte Kollegin ein Bussendepositum von mehreren hundert Franken bezahlen.



























