Fachhochschule St. Gallen auf Wachstumskurs

St.Gallen. Die Studiengänge der Fachhochschule St. Gallen (FHS) in Wirtschaft, Sozialarbeit, Technik und Pflege sind gefragt: Im vergangenen Jahr waren 1300 Studierende (+8 Prozent) an der FHS eingeschrieben.

Für 2009 wird noch mehr Wachstum erwartet.

FHS-Rektor Sebastian Wörwag zeigte sich an einem Medien-Brunch am Donnerstag sehr zufrieden. Die Schule sei stärker gewachsen als erwartet. Die Fachhochschulen profitierten vom europäisch vereinheitlichten, stufenweisen Hochschul-System seit der sogenannten Bologna-Reform.

Expandieren konnte die FHS St. Gallen auch dank des neuen Bachelor-Studiengangs in Pflege, der 2006 startete. Im kommenden Herbst werden die ersten Absolventinnen und Absolventen der dreijährigen Ausbildung diplomiert.

Rekord-Anmeldestand

Für 2009 zeichne sich an der FHS wieder ein Rekord-Anmeldestand ab, sagte Wörwag. Vor allem die Fachbereiche Wirtschaft und Gesundheit (Pflege) liegen im Trend. Nur ein kleines Wachstum dürfte es 2009 bei den Studiengängen in Technik und Sozialarbeit geben.

Neben den 1300 Studierenden im Grundstudium belegten im vergangenen Jahr 1200 Personen eine Weiterbildung an der FHS. 56 Professorinnen und Professoren sowie 225 Lehrbeauftragte unterrichteten an der Schule.

Bis zum Bezug des neuen Fachhochschul-Zentrums beim St. Galler Hauptbahnhof im Jahr 2012 rechnet der FHS-Rektor mit 1500 bis 1600 Studierenden und weiterhin etwa 1200 Weiterbildungs-Absolventen.

Master-Studiengang in Pflege
Ausbauen will die FHS St. Gallen den Fachbereich Gesundheit: Ab 2010 ist ein Master-Studiengang in Pflege geplant, in Zusammenarbeit mit Bern und Zürich. Der Weg zum Master-Diplom dauert anderthalb Jahre im Vollzeitstudium oder drei Jahre berufsbegleitend.

Für die Absolventen sieht Martina Merz, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit an der FHS, ein «riesiges Arbeitsfeld». Pflegefachleute mit Master-Abschluss sollen in der Praxis in Spitälern, aber auch als Dozenten in der Ausbildung, in Verwaltungen oder bei Krankenversicherern arbeiten.

Eine solche «Akademisierung» des Pflegeberufs bringe Vorteile, sagte Martina Merz. So könnten Pflegefachleute künftig in der Forschung mitarbeiten, beispielsweise um die Wirksamkeit von Patienten-Beratungen gegenüber den Krankenversicherern zu belegen.

Gute Berufschancen
Laut FHS-Rektor Sebastian Wörwag treten die Absolventen mit guten Berufs-Cahncen in die Arbeitswelt ein: Gemäss einer Umfrage im Herbst 2008 genügten ihnen im Durchschnitt drei bis vier Bewerbungen, um eine Stelle zu finden. Die FHS bringe der Region unter dem Strich eine Zuwanderung an gut ausgebildeten
Personen.

Im Fachbereich Wirtschaft sieht Wörwag die FHS nicht als Konkurrenz zur Universität St. Gallen (HSG), sondern eher als Ergänzung. Die FHS zieht mit ihrer starken Praxisorientierung eher Studierende mit Berufsausbildung und Berufsmaturität an. Zudem kommen die Studierenden vorwiegend aus der Ostschweiz.

St.Gallen / 14.05.2009 - 13:47:44
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