Exemplarische Ausstellung im Museum Wolfhalden
Wolfhalden/AR. Überall im Appenzellerland liesse sich mit verschwundenen Wirtschaften, Pensionen und Hotels eine faszinierende Ausstellung gestalten.
In Wolfhalden wurde sie in der ehemaligen Wirtschaft «alte Krone» realisiert. Das vierhundert Jahre alte Haus dient heute als sehenswertes Museum.
Seit Jahrzehnten sammelt Ernst Züst, geistiger Vater des Museums und bis heute auch Präsident der Museumsvereins, Wertvolles aus früheren Tagen. Dazu gehören auch Ansichten und Gegenstände früherer Wirtshäuser, die als Treffpunkte eine wichtige soziale Funktion erfüllten. Allein in Wolfhalden sind im Verlaufe der letzten hundert Jahre vierzig Restaurants und Pensionen verschwunden, und in Erinnerung sind meist nur noch die Schliessung von «Schweizerbund», «Gemsli», «Falken», «Traube», «Löwen», «Sonnenhügel» und «Kreuz», die in jüngerer Zeit erfolgten.
Von Heiden und Walzenhausen profitiert
Der kurtouristische Aufschwung in Heiden ab 1850 und in Walzenhausen ab 1870 strahlte auch auf Wolfhalden aus. In der Folge entstand eine Reihe von Pensionen, die Gäste preiswerter beherbergten als die Hotels in den Nachbargemeinden. Exotischer Name etwa war die Pension «Löffel» im Oberlindenberg, die der 1895 eingewanderte Wagnermeister Gottfried Löffel im heutigen Altbau der Firma Schreinerei Fisch AG eröffnete und kurzerhand nach seinem Familiennamen bezeichnete. Bis heute zeugen auch die stattlichen Gebäude bei der Abzweigung der Thalerstrasse von der einstigen Kurherrlichkeit: Hier luden die Familien Blatter und später Hüni-Bauer zu Ferien in die Pension «Lindenberg» ein. Abgebrochen hingegen wurde das Gasthaus «Friedberg», das dem heutigen Verwaltungsgebäude der Gewebefabrik Sefar AG zu weichen hatte.
Markantes «Helvetia»-Portal gerettet
Erinnert wird im Museum auch an die das Ortsbild prägenden Häuser Café Preisig und Wirtschaft «Helvetia» gegenüber der Kirche, die der Strassenkorrektion Anfang der 1970er Jahre zu weichen hatten. Ernst Züst: «Die «Helvetia» wurde 1782 als Dorfschule erbaut. 1866 erfolgte der Umbau zum Wirtshaus «Engel» und später die Umbenennung in «Helvetia». Geschlossen wurde das Gasthaus, zu dem auch ein Lebensmittelladen gehörte, Ende der 1960er Jahre. Jammerschade, dass das Haus 1973 dem Strassenbau geopfert wurde.» Vor der Zerstörung hat Ernst Züst unter anderem die mächtige Kellertüre gerettet, die heute im Museum zusammen mit vielen anderen Exponaten eine spannende Vergangenheit lebendig werden lässt. Das Museum «Alte Krone» ist jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Besichtigungen sind für Gruppen auch an anderen Tagen möglich.



























