
EWU: 13,4 Millionen Kilowattstunden verkauft
Urnäsch/AR. Das Elektrizitätswerk Urnäsch kann auf ein gutes Geschäftsjahr 2007/08 zurückblicken. Sowohl der Energieverbrauch als auch der Reingewinn konnten gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden.
Zur ordentlichen Generalversammlung der Elektrizitätswerk Urnäsch AG (EWU) konnte Verwaltungsratspräsident Dölf Biasotto im März rund 80 Aktionäre in der «Taube» begrüssen. Die statutarischen Traktanden gaben kaum zu Wortmeldungen Anlass und konnten speditiv erledigt werden. Sowohl der Jahresbericht als auch die mit einem Reingewinn von rund 25 000 Franken (Vorjahr 19 800 Franken) abschliessende Jahresrechnung wurden genehmigt.
Elektrische Energie aus Wasserkraft
Im vergangenen Geschäftsjahr, vom 1. Oktober 2007 bis am 30. September 2008, verkaufte das Elektrizitätswerk Urnäsch insgesamt 13,4 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie, das sind rund 765 000 kWh mehr als im Geschäftsjahr 2006/07. Etwas mehr als ein Drittel dieser Energie wurde von den einheimischen Kleinwasserkraftwerken geliefert, der Rest wurde wie in den Vorjahren von den St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken (SAK) bezogen. Der Ertrag aus dem Stromverkauf stieg um 40 000 Franken auf 1,97 Mio. Franken. Grösste Bezüger waren Industrie/Gewerbe (850 000 Franken) sowie die privaten Haushalte, welche vom EW Urnäsch für 830 000 Franken Strom bezogen. Die Landwirtschaft bezahlte dem Elektrizitätswerk für elektrische Energie 286 000 Franken.
Bei den Ausgaben sind die 1,14 Mio. Franken für den Strombezug der grösste Brocken. Weitere gewichtige Ausgabenposten sind die Unterhaltskosten mit 460 000 Franken (Vorjahr 387 000 Fr.), welche vor allem für die Modernisierung des Versorgungsnetzes eingesetzt wurden.
Viel Aufwand für Teilliberalisierung
In seinen Erläuterungen zum Jahresbericht unterstrich EWU-Präsident Dölf Biasotto, dass das zurückliegende Betriebsjahr ein intensives gewesen sei. Insbesondere die Teilliberalisierung des Strommarkts habe den Verwaltungsrat und die Mitarbeiter stark gefordert. Neben der aufwendigen Netzbewertung wurde auch ein Versorgungskonzept für das Netzgebiet von Urnäsch erstellt, was einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand erforderte. Die Teilliberalisierung des Strommarkts machte auch eine Anpassung des Strompreises notwendig.
Nach den Worten des EWU-Präsidenten mussten die Tarife vor allem wegen der neuen gesetzlichen Abgaben um durchschnittlich 10 Prozent erhöht werden. Urnäsch liege damit im regionalen Vergleich im Mittelfeld, sagte der Verwaltungsratspräsident. Als positive Aspekte der Teilliberalisierung erwähnte er die höhere Transparenz bei den Preisen sowie die Erfassung und Bewertung des gesamten Netzes, welche eine gute Grundlage für die Beurteilung der Versorgungssicherheit bilde.
Der Netzzustand ist gut
Vor Jahresfrist hatte der EWU-Verwaltungsrat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die im Zuge der Netzbewertung auch die Versorgungssicherheit des Urnäscher Stromnetzes analysierte. «Die Versorgungssicherheit darf als gut bezeichnet werden», fasste Dölf Biasotto an der Versammlung die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zusammen. Der vorliegende Bericht komme zum Schluss, dass das Netz in einem guten Zustand sei und bei der Leistungskapazität der Transformatoren Reserven vorhanden seien.
Tatsache sei aber auch, dass im weitläufigen Netz ausserhalb der Bauzonen und in den Aussenbezirken die Versorgung nicht mit einem zweiten Strang (Redundanz) sichergestellt werden könne, wenn die Hauptleitung unterbrochen sei. In der Bauzone und insbesondere im Ortskern sei es ein Ziel des Verwaltungsrates, die Redundanz längerfristig herzustellen. Im Weiteren sollen einerseits die Autonomie des EWU für die Zukunft sichergestellt und anderseits aber auch Kooperationsmodelle geprüft werden.