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Europäischer Tag des Denkmals

Der Genuss wohnlicher Behaglichkeit oder der Genuss mit Gaumen, Aug und Ohr ist am Europäischen Tag des Denkmals vom 13./14. September zu erleben.

Wohn- und Weinbaukultur im Rheintal, historische Orgelklänge und Gaststätten in der Kantonshauptstadt – die Denkmalpflegen von Stadt und Kanton St. Gallen laden ein, den Genüssen unserer Ahnen nachzuspüren.

Der 15. Europäische Tag des Denkmals in der Schweiz steht unter dem Motto «Ein Tag zum Geniessen». Seit seiner ersten Durchführung hat sich der Tag zur grössten öffentlichen Veranstaltungen im Bereich der Kulturgütererhaltung entwickelt und wird jährlich von rund 70000 Personen besucht.

Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, normalerweise dem Publikum nicht zugängliche Denkmäler einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. An über 230 verschiedenen Orten in der ganzen Schweiz sind Interessierte zu Führungen, Atelier- und Baustellenbesichtigungen, Exkursionen sowie vielen weiteren Veranstaltungen eingeladen. Dabei sollen die Besucher für die Funktion und Aufgabe des Denkmals sensibilisiert und auf die Probleme der Erhaltung von Denkmälern aufmerksam gemacht werden.

Ihren Ursprung haben die Denkmaltage in Frankreich. 1984 wurde erstmals eine «Journée Portes ouvertes des Monuments historiques» durchgeführt. Seit 1991 sind die «Journées européennes du patrimoine» ein Kultur-Engagement des Europarates. Sie finden jedes Jahr im September in den 48 Mitgliedsländern statt. Die jeweils rund 30000 geöffneten Baudenkmäler und Ensembles werden europaweit von durchschnittlich 20 Millionen Menschen besucht.

Geschichte des Weins in Balgach und Berneck

Die Geschichte des Weins und wie er einer ganzen Region zur Blüte verhalf, ist am 14. September in den gebauten Zeugen von Balgach und Berneck zu erleben. Denn kaum ein Getränk vermag uns seit Jahrhunderten mehr in den Bann zu ziehen und das Herz zu erwärmen, als der Wein. Vom Rubinrot, das das Auge ergötzt, über den Duft nach Beeren und Gewürzen, welcher der Nase schmeichelt, bis zur Sonne und Erde, welche der Gaumen fühlt.

Regierungsrätin Kathrin Hilber und Gemeindepräsident Ernst Metzler laden in Balgach auf Schloss Grünenstein zum offiziellen Festakt. Die Weinfachfrau Barbara Hulsbergen erläutert in einem spannenden Fachreferat die Geschichte des Weines im Rheintal. Und mit einem Glas Schlosswein auf der Turmzinne entführt die Musik der Hackbrettformation «Anderscht» weit über die Grenzen des Rheintals hinaus.

Das Schloss Grünenstein kündet mit seinem mittelalterlichen Turm von den einstigen Herren von Balgach. 1776 ermöglichte ein Losgewinn aus der niederländischen Staatslotterie den Ausbau zu einem Barockschloss. Die Schlossanlage liegt über den Rebbergen und umfasst auch verschiedenen Nutz- und Ziergärten. Eine barockisierende Anlage aus dem 19. Jahrhundert, ein Schlossweiher in der Typologie des Rousseau-Grabes von Ermenonville und die Ruine eines sogenanntes ‹Einsiedlerhaus› sind bei einer Führung mit dem Landschaftsarchitekten Martin Klauser zu entdecken.

Beachtlich ist der elf Meter lange Torkelbaum mit dem vier Tonnen schweren Torkelstein im Torkel an der Husenstrasse in Berneck, er gehört zu den grössten Weinpressen im Rheintal. Der Besitzer Peter Laager erzählt aus seinen Kindheitserinnerungen und wie noch heute alljährlich die Weinpresse wieder in Betrieb genommen wird.

Dass Lifestyle schon im 16./17. Jahrhundert gepflegt wurde, ist in fachkundigen Führungen durch ausgewählte Wohnbauten zu erleben. Neuere Umbauten zeigen, dass sich zeitgemässe Ansprüche an einen gehobenen Wohnstandart und historische Konstruktionen gut ergänzen können.

Von Anfang an höchsten Wohnkomfort bot auch die 1905 von Wendelin Heene für den Industriellen Ernst Schmidheiny errichtete Villa in Heerbrugg. Sie ist ein ausserordentlich repräsentatives Anwesen, das in seiner neubarocken Gestaltung auf das nebenan stehende Schloss Heerbrugg Bezug nimmt. So herrschaftlich sich das Haus heute wieder präsentiert, so ungewiss war über Jahre seine Zukunft.

Sammetsuppe und Orgelklänge in Stadt St. Gallen

In St. Gallen verspricht ein Konzert auf der neu entdeckten romantischen Orgel der Jugendstilkirche St. Maria Neudorf einen Hörgenuss auf höchster Ebene. Die Führung spannt den Bogen von der 1927 im Sinne der ‹Elsässer Orgelreform› gebauten Orgel zu Albert Schweitzer, der vor allem als Urwalddoktor bekannt ist, aber auch zu den grossen Orgelinterpreten seiner Zeit zählt.

Den Badegenuss hat St. Gallen während der Stickereiblüte entdeckt und baute 1904 eines der ersten Volksbäder der Schweiz. Einst der Stolz der St. Galler war es in jüngerer Vergangenheit schon mehrmals vom Abbruch bedroht. Die Führung befasst sich mit der Bau- und Entstehungsgeschichte und stellt die neuen Restaurierungskonzepte vor.

Das Schlössli Haggen wie auch eine kulinarische Stadtwanderung durch die Altstadt überraschen mit interessanten Geschichten über Bier und Schokolade, erzählen von mittelalterlichen Lokalen und modernen Interieurs und laden zum Gaumenschmaus wie Anno dazumal – unter anderem mit einer Sammetsuppe.


Das Schweizer Programm zum Europäischen Tag des Denkmals und das Faltblatt mit dem Programm des Kantons St. Gallen können bestellt werden unter: Denkmalpflege des Kantons St. Gallen, Rorschacherstr. 23, 9001 St. Gallen, Telefon 071 229 38 71, info.denkmalpflege@sg.ch; www.denkmalpflege.sg.ch; www.hereinspaziert.ch.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 04.09.2008 - 08:16:00