Es «weihnachtet» im Appenzellerland
AR/AI. Dank des Roten Kreuzes wird es in den kommenden Tagen für rund 100 bedürftige Familien und Alleinstehende nochmals Weihnachten geben.
Rund ein halbes Dutzend Frauen und Männer sind am Montag und Dienstag im reformierten Kirchgemeindehaus Herisau konzentriert am Abpacken: Sie überprüfen, was auf dem Wunsch-Bestelltalon angekreuzt wurde.
Da geht es vorerst um Nahrungsmittel: Teigwaren, Reis, Zucker, Mehl, Kaffee, Tee – was es halt für die Grundversorgung so braucht. Aber auch Hygieneartikel wie Seifen, Zahnpasten, Rasierklingen und Haushaltartikel wie Abwaschmittel, Geschirr sind gefragt. Schliesslich folgen noch Textilien, Schuhe, Haushaltgeräte wie Bügeleisen, Schoppenwärmer – alles findet dankbare Abnehmer.
Die Freiwilligen nehmen die Waren, die per Lastwagen von Bern her in Paletten angeliefert wurden, aus den Gestellen und verstauen sie in Bananenschachteln oder in Säcken. Nicht alles Gewünschte ist vorhanden, und wohl auch nicht alles in der gewünschten Farbe; willkommen ist es trotzdem.
Drei Fünftel im Inland
Hintergrund ist die nationale Aktion zwei Mal Weihnachten, die vom Schweizer Radio und Fernsehen, der Schweizer Post und dem Schweizerischen Roten Kreuz gemeinsam durchgeführt wird. Zwei Fünftel der Waren werden als Nothilfe in ein europäisches Land geliefert.
Der grössere Teil, drei Fünftel, bleibt indes in der Schweiz und kommt Bedürftigen hier zugute. Die Freiwilligen wissen aber nicht, wem. Denn die Bestelltalons sind anonymisiert; eingereicht wurden sie von den Sozialverantwortlichen der Gemeinden beider Appenzell. Sie werden die Waren abholen und sie möglichst rasch ihren Klienten aushändigen.
Die Verantwortlichen des SRK beider Appenzell verlassen sich voll auf die Vertrauensleute in den Gemeinden, die ja näher bei den Leuten sind und die Situation besser beurteilen können. Es ist ein ungemein sensibler Bereich. «Wir müssen unheimlich aufpassen, dass wir niemanden verletzen. Immer wieder hören wir: ‚Wir schlagen uns selber durch‘, auch wenn Hilfe von aussen gerechtfertigt wäre», sagt SRK-Präsidentin Heidi Buchmann, Appenzell.
Nur einwandfreie Ware
Es ist ihr ein Anliegen, dass nur qualitativ einwandfreie Waren zu den Bedürftigen gelangen. Bei den neuen Artikeln ist das kein Problem, jedoch gibt hie und da Schlaumeier, die das Gefühl haben, man könne für zwei Mal Weihnachten auch andere Ware abgeben und dadurch die Entsorgungsgebühr sparen. Aber das sind Nebenerscheinungen. Grundsätzlich findet Heidi Buchmann die Aktion zwei Mal Weihnachten sehr wertvoll; sie ist auch mit dem Ablauf zufrieden.
Geschäftsführerin Bruna Yong, welche die Bestellungen koordiniert hat, kennt die genauen Zahlen: Mehr als 100 Pakete zwischen 20 und 30 Kilogramm werden an rund zwei Dutzend Organisationen abgegeben, die auch die Feinverteilung an die Privatpersonen übernehmen.
Jubiläum
Der diesjährige Einsatz wird zum 11. Mal durchgeführt; es ist ein bereits gewohnter und doch spezieller: In diesem Jahr feiert nämlich das SRK beider Appenzell das Jubiläum seines 100-jährigen Bestehens.
Zahlreiche Dienstleistungen und Angebote
Freude bereiten mit der Aktion 2 x Weihnachten ist nur eine von zahlreichen Dienstleistungen des Schweizerischen Roten Kreuzes beider Appenzell. Die wichtigsten sind:
• Fahrdienst und Begleitung für Personen mit eingeschränkter Mobilität, auch an Ziele ausserhalb der beiden Appenzell (sehr oft Spital St.Gallen)
• Regelmässige Aktionen in den Gemeinden (meist zweimal jährlich) zum Blut spenden
• Ergotherapie in den eigenen Zentren in Herisau, Appenzell und Gossau, sowie in den Spitälern Herisau und Appenzell. Behandlungen finden auch zu Hause oder in Pflegeheimen statt.
• Ausbildungsarbeit für Tätigkeiten mit Pflegebedürftigen und Behinderten
• Vermittlung der humanitären Grundgedanken des Rotkreuzgründers durch das Henri-Dunant-Museum in Heiden.



























