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«Es ist bedauerlich, dass es so enden musste»

Im Gespräch mit Ruedi Aerni, Geschäftsführer der Stiftung zur Förderung der ausserrhodischen Wirtschaft.

«Was ist im Departement für Volks- und Landwirtschaft los?», fragte SVP-Kantonsrat Edgar Bischof anfangs Mai im Kantonsrat. Er kritisierte dabei das Vorgehen von Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl gegenüber der Wirtschaftsförderung bei der Schaffung des neuen Amts für Wirtschaft. Schon vor der besagten Kantonsratssitzung kündigte Ruedi Aerni, Geschäftsführer der Stiftung zur Förderung der ausserrhodischen Wirtschaft, seine Stelle. Im Gespräch mit dem Unternehmermagazin LEADER erläutert Aerni seine Sichtweise, gibt Antwort auf die Frage, ob die Wirtschaftsförderung einen schlechten Job gemacht hat und blickt zurück auf seine 12-jährige Tätigkeit. Nachfolgend bringen wir einen Auszug aus dem Interview. Das vollständige Gespräch können Sie auf leaderonline.ch nachlesen.

Was war für Sie in all den Jahren der grösste Ansporn?
Das Produkt «Ausserrhoden» weiterzuentwicklen und zu verkaufen. Da stösst man manchmal auch an Grenzen. Dann muss man die richtige Stimmung hineinbringen. Ein Beispiel: Anfangs waren wir mit vier Gemeinden an der Immo Messe St.Gallen vertreten. Nach fünf Jahren waren dann alle 20 Gemeinden dabei.

Und es gab Momente, wo man alles hinschmeissen will?
Die gab es sicher auch. Das fragte man sich: «Was mache ich hier eigentlich.» Am meisten war das wohl beim Fall «Michael Schumacher» so. Er klopfte bei uns an und wir hätten eigentlich nur noch den Teppich auf der Wiese ausrollen müssen um ihn in den Kanton Appenzell Ausserrhoden holen zu können. Die raumplanerischen Vorschriften haben das schliesslich verhindert. Klar, die gilt es zu akzeptieren. Aber im Moment überwiegt der Frust. Man rennt in der halben Welt herum um so etwas zu erreichen und diese Person kommt von selbst auf uns zu. Und uns gelingt es nicht, das zu realisieren, weil die Rahmenbedingungen nicht gepasst haben.

Würde das heute anders ablaufen?
Vielleicht. Das ist schwer zu sagen.

Das ist Vergangenheit. Sie haben gekündigt. Was kommt nun?
Das weiss ich im Moment noch nicht. Für eine Frühpensionierung bin ich mit 51 Jahre noch zu jung (lacht). Ich habe aber die eine oder andere Idee, welche ich prüfen werde. Noch ist aber nichts konkret. Für mich war die Lage nicht mehr stimmig. Und dann bin ich konsequent und gehe.

Ihre Kündigung steht im Zusammenhang mit dem Entscheid des Regierungsrates, die Kernaufgaben der Wirtschaftsförderung dem im Aufbau befindlichen Amt für Wirtschaft zu übertragen.
Man muss sich nun überlegen, wie es mit der Wirtschaftsförderung weitergeht. Entscheidet man sich für die angedachte Verwaltungslösung oder fährt man so fort wie bisher. Es gibt für beide Modelle Vor- und Nachteile. Wenn es einem gelingt, mit neuen Leuten und neuen Ideen die Vorteile der Verwaltungslösung zu nutzen, wird es funktionieren.

Es wird jedoch eine Organisation verschwinden, die über Jahre hinweg gewachsen ist?
Das sind Grundsatzentscheide, die man einfach akzeptieren muss. Es ist sicherlich bedauerlich, dass man diese Organisation – die auch sehr gut verankert war – aus verschiedenen Gründen einach auf die Schnelle zerschlägt. Man verzichtet so auf viel Know how. Und ich bin auch überzeugt, dass die neue Organisation den Steuerzahler letztlich mehr kosten wird. Vielleicht wäre eine sanftere Veränderung innerhalb von zwei bis drei Jahren besser gewesen.

Schmerzt Sie der Entscheid?
Natürlich. Es schmerkt mich und auch den Stiftungsrat. Wir sind der Meinung, dass wir einen guten Job gemacht haben. Wir waren immer offen für neue Entwicklungen und neue Schwergewichte. Es ist bedauerlich, dass es so enden musste. Eine Organisation, die gut funktioniert hat, wird auseinander geschlagen. Das stösst gerade in Wirtschaftskreisen auf Unverständnis.

Gehen Sie nun zurück in den Tourismus?
Das ist für mich keine Option. Ich habe in meinem Leben alles nur einmal gemacht: die 1. Klasse, die 1. Sek, die Ausbildung. Meine künftige Tätigkeit sollte etwas sein, dass sich aus meiner jetzigen Arbeit herausentwickelt.

In Innerrhoden sollte die Wirtschaftsförderung noch besetzt werden.
(lacht) Auch das ist kein Thema.


Der Geschäftsführer der Stiftung zur Förderung der ausserrhodischen Wirtschaft, Ruedi Aerni, hat gekündigt. Seine Kündigung steht im Zusammenhang mit dem Entscheid des Regierungsrates von Appenzell Ausserrhoden, die Kernaufgaben der Wirtschaftsförderung dem im Aufbau befindlichen Amt für Wirtschaft zu übertragen. Für den Regierungsrat bedeutet die Kündigung keine wesentliche Änderung der Ausgangslage, da die Arbeiten für die Neuschaffung des Amts für Wirtschaft und die Integration der Wirtschaftsförderung in die kantonale Verwaltung schon in Gang sind. Die Wirtschaftsförderung wurde seit 1986 durch die Stiftung zur Förderung der appenzell-ausserrhodischen Wirtschaft wahrgenommen. Ruedi Aerni wird bis zu seinem definitiven Ausscheiden Ende Oktober 2008 weiterhin für die Geschäftsstellen von Gewerbeverband und Industrieverein verantwortlich sein. Ruedi Aerni stand seit 12 Jahren im Dienst der Stiftung zur Förderung der appenzell-ausserrhodischen Wirtschaft.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 28.05.2008 - 07:24:00