Erziehungsdepartement will Rückkehr zur Sachlichkeit
Frauenfeld. Die Diskussion um das HarmoS-Schulkonkordat solle wieder sachlich werden, hat heute die Thurgauer Erziehungsdirektorin Monika Knill verlangt
Die Ablehnung des Projekts ändere im Thurgauer Schulwesen nichts, verursache aber Kosten.
Knill (SVP) nahm an einer Medienkonferenz im Namen des Regierungsrats Stellung zu Argumenten der Gegner des interkantonalen Konkordats zur Harmonisierung des Volksschulwesens in der Deutschschweiz (HarmoS). Im Thurgau wird darüber am 30. November abgestimmt.
Ideologische Vorstellungen
Dabei wolle man nicht auf die gleiche Art argumentieren wie die HarmoS-Gegner, sagte die Erziehungsdirektorin. In der Debatte prallten derzeit ideologische Vorstellungen über die Schulpolitik aufeinander, die mit dem Harmonisierungsprojekt HarmoS nicht zu tun hätten.
Im Thurgau stünden die HarmoS-Anliegen bereits im Schulgesetz, das 2007 keinerlei Opposition hervorgerufen habe. Sowohl die zwei Kindergartenjahre mit der Einschulung Vierjähriger als auch die Einführung der zweiten Fremdsprache in der Primarschule seien umgesetzt.
Wunsch der Eltern
Walter Berger, Chef des Amtes für Volksschule, betonte, der zweijährige Kindergarten sei im Thurgau eingeführt worden, weil die Eltern ihn wünschten. Bereits als der Besuch noch freiwillig gewesen sei, hätten 98 Prozent der Kinder den Kindergarten besucht. Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 wurde er nun obligatorisch.
Dabei habe es bei 2605 Kindern im entsprechenden Alter 81 Gesuche um Rückstellung gegeben. Davon seien nur 3 nicht genehmigt worden. Daran solle sich auch mit HarmoS nichts ändern.
Eigene Initiativen aus dem Kanton
Die Einführung von Blockzeiten und Tagesbetreuung wiederum seien in HarmoS lediglich Empfehlungen und keine Vorschriften, so Knill. Dabei entsprächen die Empfehlungen zur Tagesbetreuung den gesetzlichen Regelungen im Thurgau.
Dass derzeit im Grossen Rat über die Einführung von Blockzeiten geredet werde, habe auch nichts mit HarmoS zu tun, sondern sei Folge eines parlamentarischen Vorstosses. Dabei habe bisher Einigkeit geherrscht, dass man Blockzeiten wolle. Umstritten sei nur die Dauer derselben.
HarmoS sorge einfach dafür, dass die Mobilitätsschranken innerhalb der Schweiz abgebaut würden. Das hätten die Stimmberechtigten gewollt, als sie den Bildungsartikel in der Verfassung annahmen. Könnten sich die Kantone nicht selbst einigen, müsse der Bund Richtlinien erlassen.
Zielvorgaben auf jeden Fall erarbeiten
Erst dann habe man die von den HarmoS-Gegnern beschworene Zentralisierung. Dazu komme, dass der Kanton dann Zielvorgaben für Lehrpläne sowie die Lehrpläne selbst alleine erarbeiten müsse.
Das werde mit Sicherheit teurer, denn die Lehrpläne müssten auf jeden Fall geändert werden, sagte Berger. Die bisherige Festlegung von Stufenzielen, habe sich nämlich nicht bewährt.
Die Zielvorgaben müssten genauer gefasst und überprüfbar werden. Nur so könne man sicherstellen, dass Lehrmeister wüssten, was Schulabgänger können und wissen.



























