Erstes Minergie-P-Haus in Innerrhoden in Holzbauweise
Appenzell. Im Quartier Forren entsteht das erste Minergie-P-Haus Innerrhodens in Holzbauweise.
Minergie-P bedeutet: Beim Heizen bloss noch halb soviel Energie verbrauchen wie bei Minergie, oder höchstens einen Zehntel der üblicherweise benötigten Menge.
Was es in Ausserrhoden schon mehrfach gibt, hält nun auch in Innerrhoden Einzug: Häuser im Standard Minergie-P. Das erste in Holzbauweise (das zweite insgesamt) ist ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit 6 1/2-Zimmern; es wird im Auftrag von Erika und Martin Holzinger-Ulmann, Pfungen, von der Holzbau Albert Manser AG, Gonten, geplant. Der Hauptgrund, weshalb sich die Familie für ein Holzhaus mit sehr niedrigem Energieverbrauch entschlossen hat: «Auf die Umwelt zu schauen und sie zu respektieren, wurde uns schon von unseren Eltern vorgelebt. Diese Haltung möchten wir auch den eigenen Kindern weitergeben».
Sehr tiefe Energie-Kennzahl
Minergie-P ist die verschärfte Weiterentwicklung von Minergie und stellt in verschiedenen Bereichen höhere Anforderungen: Erneuerbare Energien sind Bedingung, nicht nur empfohlen. Die Luftdichtigkeit der Gebäudehülle ist speziell zu überprüfen. Die Verglasung muss zwingend dreifach sein und die Wärmedämmstärke minimal 30 bis 40 cm betragen. Zudem dürfen nur Haushaltgeräte verwendet werden mit dem A+-Label, also mit sehr tiefem Stromverbrauch.
Alle Massnahmen zusammen bewirken, dass die Energiekennzahl (der Jahresverbrauch pro Quadratmeter) auf 30 Kilowattstunden sinkt, also rund einen Viertel tiefer liegt als bei Minergie – oder bloss noch zehn Prozent des sonst üblichen Energieverbrauchs beträgt.
40 cm dicke Aussenwände
In der Holzbau Albert Manser AG in Gonten werden derzeit die speziellen Elemente vorbereitet und zusammengefügt, die für den Minergie-P-Standard nötig sind: Aussenwände sowie Boden- und Dachelemente mit insgesamt 40 cm Isolationsstärke!. Als Isolationsmaterial wird vorwiegend Zellulose verwendet, «eine Art aufbereitetes Altpapier», erklärt Albert Manser. Gegenüber den traditionellen Isolationsmaterialien habe es den Vorteil, «dass es Feuchtigkeit aufnimmt, aber auch wieder abgibt; es wirkt wie ein Speicher. Es gibt keine trockene Luft mehr in den Räumen». Die luftdichte Gebäudehülle verhindert aber nicht nur Energieverluste, sondern ist auch Grundlage der vorgeschriebenen Komfortlüftung, dank der «gewaltig Energie gespart werden kann».
Ausgangspunkt bei der Planung war das traditionelle Appenzeller Heidenhaus, das aber auf moderne Art weiterentwickelt wird: Auf der Südseite ist viel verglast; mit Schiebeläden, die sich seitwärts bewegen lassen, können die Scheiben verschlossen werden. Gegen Norden gibt es nur wenig Fenster. Die Fassaden werden mit Lärchenholz und teilweise grossflächigen Eternitplatten verkleidet; im Innern ist es vorwiegend Fichtenholz und Putz. Auf das Giebeldach kommen Sonnenkollektoren. Selbstverständlich wird mit Erdsonden geheizt.
Tag der offenen Tür
Am kommenden Samstag, 14. März, gibt es bei der Holzbau Albert Manser AG in Gonten einen Tag der offenen Tür: Von 9 bis 14 Uhr wird an den Wandelementen für das Minergie-P-Haus an der Nollenstrasse gearbeitet; unter anderem ist zu sehen, wie das Isolationsmaterial in die Wandelemente hinein geblasen wird.
Damit sich Interessierte umfassend informieren können, geben Fachleute folgender Firmen gerne Auskunft: Sepp Inauen AG, Gonten (Haustechnik), Steico (Lieferant der Platten und Träger), Isofloc AG, Bütschwil (Isolationsmaterial), Sencon Energy GmbH Appenzell (Energiekonzept).



























