
Erstes Forum Palliative Care Appenzeller Vorderland
Heiden/AR. Im Kirchgemeindezentrum fand der erste Forum der Palliative Care Appenzeller Vorderland statt. Dabei wurde unter anderem über Zusammenarbeit und eine Notfallnummer gesprochen.
Palliative Care ermöglicht das würdevolle Sterben zuhause, im Heim, im Spital. Für den Schwerkranken, den Sterbenden soll ein Wohlgefühl entstehen. Palliative Care setzt sich aus Freiwilligen, Hausärzten, Pflegefachpersonen, Spitex und Geistlichen zusammen.
Für sie alle steht der schwerkranke Mensch mit seiner ganzen Lebensgeschichte im Mittelpunkt. Palliative Care Appenzeller Vorderland schafft für den sterbenden Menschen eine «Ummantelung» wie es Referentin Cornelia Knipping am ersten Forum Palliative Care Appenzeller Vorderland beschrieb. Diese Ummantelung könnte der Wunsch nach einem Gespräch mit dem Pfarrer ebenso sein wie das Begleitet werden durch eine freiwillige Helferin sein.
Damit die Wünsche erkannt und erfüllt werden können, braucht es die Zusammenarbeit von Angehörigen mit verschiedensten Berufsgattungen, die sich für die Ziele des schwerkranken oder sterbenden Menschen einsetzen. So kann ein erträgliches Umfeld geschaffen werden, dass Verzweiflung auflöst und Wohlgefühl entstehen lässt.
Wohlgefühl entstehen lassen
Palliative Care Appenzeller Vorderland kümmert sich also um die ureigensten Bedürfnisse des schwerkranken oder sterbenden Menschen. Es geht um Begleitung und Betreuung, auch der Angehörigen. Dabei sind die Bedürfnisse des Sterbenden zentral und individuell. Jeder Mensch benötigt seinen eigenen Weg und seine eigene Zeit.
Damit gerade auch versteckte Wünsche erkannt werden, legen Angehörige, Hausarzt, Spitex und Pflegepersonal im Spital ihr Wissen zusammen. Es gelte, wie es Knipping nannte, Titel und Kittel in den Hintergrund zu stellen und sich ganz auf die Lebensbiographie des zu Betreuenden zu konzentrieren, damit dieser dem Tag mehr Leben geben könne.
Körper, Seele, Geist, Kultur
Menschen die schwerkrank sind, müssen mit Verlusterfahrungen umgehen. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, welche Überzeugungen dieser Mensch in seinem Leben vertrat, was das Zentrale seines Lebensplans war. So kann oft das eigentliche Leiden neben der Krankheit erkannt und angegangen werden.
Sorgen bereiten den Menschen oft ihre finanziellen Verhältnisse oder etwa Fragen nach Schuld. Hier hilft kein Schmerzmittel, sondern das Gespräch oder eine entsprechende Fachstelle wie bei finanziellen Nöten etwa die Pro Senectute. Durch das Wissen um die Verzweiflung kann entsprechende Hilfe angeboten werden.
Freiwillige in der Hospizgruppe
Um eine 24-Stunden-Ummantelung zu gewährleisten, wird derzeit eine sogenannte Hospizgruppe gebildet. Sie setzt sich aus Freiwilligen zusammen, die ihre Fähigkeiten zum Wohle des Sterbenden und seiner Angehörigen einsetzen. Sie schenken Zeit und sind da, dienen zu.
Sie ermöglichen das Sterben im Gewöhnlichen, dort wo es sich der Sterbende und seine Angehörigen wünschen, sei diese zuhause oder in einer Institution. Die Hospizgruppe wird ebenso von Fachleuten geführt wie Palliative Care Appenzeller Vorderland, welches sich als Sektion des Palliativnetzes Ostschweiz versteht.
Von Finanzen bis Notfallnummer
Beim ersten Forum Palliative Care Appenzeller Vorderland begrüsste Kerngruppenleiter und Hausarzt Thomas Langer viele Interessierte aus verschiedensten Fachpersonengruppen wie Hausärzten, Pflegefachpersonen, Spitex, soziale Dienste, Seelsorge, Institutionen und Politik im Kirchgemeindezentrum in Heiden. Nach der Vorstellung der Hospizgruppe und dem Referat von Cornelia Knipping erarbeiteten verschiedene Gruppen die Themen «Was läuft gut», Hindernisse, Bedürfnisse und Erwartungen an Palliative Care Appenzeller Vorderland.
Gelobt wurde vor allem die Zusammenarbeit zwischen Angehörigen, Hausärzten, Spitex, Seelsorge und Brückendienst sowie nachbarlicher Hilfe. Unter Erwartungen kam deutlich zum Ausdruck, dass Palliative Care noch nicht bekannt ist. Neben Öffentlichkeitsarbeit wurden insbesondere eine Notfallnummer und eine Anlaufstelle für Fragen gewünscht. Um den Dienst finanziell abzusichern, wird die Unterstützung durch den Kanton angestrebt.
Kerngruppe Palliative Care Appenzeller Vorderland
Regula Birnstiel, Sozialdienst Spital Heiden, Elisabeth Brassel, Palliativer Brückendienst (Krebsliga), Rehetobel , Irene Bruderer, Leiterin Labor Spital Heiden, Pamela Graf, Pflegefachfrau Spital Heiden, Thomas Langer, Hausarzt Wolfhalden, Karin Siebeneicher, Pflegefachfrau Spitex Vorderland, Margarita Süess, Pflegefachfrau Spital Heiden, Maja Thurnheer, Pflegefachfrau Spitex Vorderland.
Hospizgruppe
Regina Beyer, Caritas St. Gallen, Niklaus Züger, Pfarrleiter katholische Kirche Heiden, Simon Graf, Hausarzt Grub, Gyöngyi Stark, Freiwillige Helferin Hospizdienst St. Gallen, Monika Niederer, Stützpunktleiterin Spitex Vorderland.