Eröffnung GPS-Wander- und Velorouten
Sommeri. Der Verkehrsverein Amriwsil und das Thurgauer Frauen Archiv eröffnen die GPS-Wander- und Velorouten.
Die Eröffnung findet am Sonntag, 27. April, um 14 Uhr beim «Farbort» des Amriswiler Bahnhofs statt.
Der Vorstand des Thurgauer Frauen Archivs freut sich über eine zahlreiche Teilnahme.
In Sommeri werden folgende Destinationen angefahren:
Kinderheim Heimetli Sommeri Förstergasse 8
Ausserfamiliäre Kinderbetreuung:
Heimleiterin Isa Staehelin 1890 – 1979 Veränderte Familienstrukturen, zerrüttete Familien und Kinderelend forderten zunehmend Fremdplatzierungen zum Schutze der betroffenen Kinder. Isa Staehelin erkannte den Bedarf an ausserfamiliärer Betreuung und fand Beruf und Berufung als „Ersatzmutter“ oder „Mutter vieler Kinder“, wie sie sich selbst nannte. 1919 kaufte sie dieses schöne Riegelhaus und richtete darin das Kinderheim «Heimetli» ein. Während der Krisenjahre betreute Isa hier bis zu 70 Kinder. Als im Schulhaus Sommeri der Platz knapp wurde, verbot die Schulbehörde 1936 den Heimkindern den Schulbesuch. Isa zeigte sich davon wenig beeindruckt, kämpfte sich durch alle Instanzen, wandte sich zuletzt an den Bundesrat (1938) und konnte die Schulgemeinde zum unentgeltlichen Unterricht für ihre Schützlinge verpflichten. 1921 gründete Isa zusammen mit ihrer Freundin Anna Schmid im benachbarten Haus «Holdergarten» (? Sommeri , Förstergasse 7) ein Heim für behinderte Töchter, aus dem die heute florierende „Bildungsstätte Sommeri“ für Behinderte hervorgegangen ist. 1928 bis 1960 leitete Isa den Bund thurgauischer Frauenvereine, aus welchem die heutige Frauenzentrale hervorging. In den Kriegsjahren war Isa Mitglied und Kassierin der «Aktion Nationaler Widerstand» und hatte dort einflussreiche Freunde, darunter spätere Bundesräte. ? Die Tour führt an der genannten Bildungsstätte vorbei: Sommeri, Unterdorf 6
Geburtshaus von Maria Dutli-Rutishauser Sommeri Aspenstrasse 8
Schreibend die Welt erfahren:
Schriftstellerin Maria Dutli-Rutishauser 1903-1995 Maria Dutli-Rutishauser sprengte als unermüdliche Schöpferin von Romanen, Erzählungen, Gedichten und Reisebeschreibungen die Grenzen ihres häuslichen Arbeitsplatzes. Die erfolgreiche Buchautorin wurde in diesem 200-jährigen Haus geboren und lebte hier bis zu ihrer Heirat (1927). Danach liess sie sich in Steckborn nieder. Sie hatte als junge Mutter zu schreiben begonnen. Über 60 Jahre lang dachte sie sich immer neue Geschichten aus über die Heimat, die Familie und über ihren Glauben an Gott. Die Pflege ihrer 8-köpfigen Familie hatte aber immer Vorrang vor der Arbeit am Schreibtisch. Mit ihrem ersten Roman „Der schwarze Tod“ (1930) verarbeitete sie die Schrecken der Pestzeit in Sommeri. In den über dreissig veröffentlichten Büchern bestimmte Maria viele Male Sommeri als Schauplatz und bewies damit ihre Verbundenheit mit dem Dorf ihrer Kindheit. „Der Hüter des Vaterlandes“, ein Bruder-Klaus-Roman, dürfte zu Marias bekanntesten Werken zählen. Vielen Leserinnen sind ihre Kolumnen in „Meyers Modeblatt“ in bester Erinnerung, welche sie während 50 Jahren verfasst hatte. Einige Hörspiele und Theaterstücke werden heute noch aufgeführt. Während des zweiten Weltkrieges engagierte sich Maria in vielen Vorträgen für die geistige Landesverteidigung.



























