Erlebnisse in Malaysia und Slowenien
Badminton. Vier Absolventen der Sportschule Appenzellerland haben kürzlich an internationalen Titelkämpfen teilgenommen.
Der U-19-WM-Teilnehmer Janic Kleiner nahm vielfältige Eindrücke vom Trainings- und Wettkampfaufenthalt aus Malaysia in seinen Wohnort Speicher mit; Nadia Fankhauser, Janis Schneider und Fabienne Morf weilten an der U-17-Junioren-EM in Slowenien.
Eine Medaille oder ein bestimmtes Resultat als Ziel bei einer WM zu nennen, sei aufgrund des Niveaus und der Gegnerschaft unrealistisch, sagt der bald 19-jährige Janic Kleiner aus Speicher. «Es gab aber viele Erfahrungen zu gewinnen, für mein Badminton-Leben und das ‹private Leben›», blickt er auf den zweiwöchigen Aufenthalt in Malaysia zurück. Die Weltmeisterschaften seiner Alterskategorie fanden in Alor Setar statt, in einer Gegend, die sechs Stunden Autofahrt nördlich von Kuala Lumpur liegt. Janic Kleiner war einer von vier Schweizer Teilnehmern. Die Delegation trainierte zuerst im nationalen Stützpunkt-Center von Malaysia. Als Sparringpartner dienten die spielstarken Junioren-Nationalspieler des Gastgeberlandes. Es galt, sich auf die Bedingungen einzustellen – zum Beispiel auf die feuchte Luft und die Hitze. «Eine Klimaanlage brachte die Hallentemperatur an der WM immerhin auf vergleichsweise angenehme 28 Grad Celsius.» Der Nebeneffekt war der Wind, der auf den Kraftaufwand und die Richtung des Shuttles einen grossen Einfluss nahm. Die Schweizer hätten sich teilweise gut, teilweise weniger gut auf die lokalen Verhältnisse einstellen können. «Einige europäischen Spieler wurden wegen Mängeln in der Hygiene krank und mussten mit Fieber antreten, wir Schweizer hatten Glück und blieben verschont», erzählt Janic Kleiner, der im fünften Jahr der Sportschule Appenzellerland angehört.
«Es fehlt an der Konstanz»
Er hatte in Malaysia zwei Wettkampf-Einsätze: Im Einzel unterlag er einem Engländer, im Doppel mit Igor Jenny aus Yverdon einem schwedischen Paar. Mit dem Waadtländer spielte er erstmals zusammen. «Uns Schweizern fehlt es noch an der Konstanz, damit wir an einem solchen, hochklassig besetzten Turnier eine Runde überstehen können. Wir haben zwar Höhen, aber auch Tiefen in der Qualität unserer Schläge.» Janic Kleiner hat im vergangenen Sommer die Matura abgeschlossen und absolviert ein Zwischenjahr. Mit einem 50-Prozent-Pensum erledigt er in einem Bürobetrieb Sekretariatsarbeiten. Der Rest der Woche ist von Badminton geprägt: Zweimal täglich trainiert er; jeweils am Dienstag und Mittwoch hält er sich im Nationalmannschafts-Stützpunkt-Training in Bern auf. Seine Zukunft im nächsten Sommer ist noch nicht bestimmt; im Vordergrund steht die Idee eines Studiums in St.Gallen oder die Absolvierung der Sportler-RS in Magglingen. In seinem Zwischenjahr wird er nach wie vor von der Sportschule Appenzellerland unterstützt. «Unser Ziel ist eine langfristige Begleitung der Sportler auch nach der Schulzeit im Sinne eines Leistungszentrums», erklärt Patrick Eggenberger, der Leiter der Sportschule.
Viertelfinal-Platz erreicht
Mit Nadia Fankhauser, Janis Schneider und Fabienne Morf (alle Jahrgang 1993) gehörten drei andere Jugendliche der Sportschule Appenzellerland der Schweizer Delegation an der U-17-Junioren-EM in Medvode (Slowenien) an. Junioren-Nationaltrainer Donovan Cuntapay ist gleichzeitig Trainer an der Sportschule Appenzellerland. Mit dem Abschneiden in Slowenien konnte er nicht unzufrieden sein. «Das Ziel war, mindestens einen Viertelfinal-Platz zu erreichen. Dies haben wir im Damendoppel durch Nadia Fankhauser und Nicole Schaller geschafft. Beide haben Potenzial für eine erfolgreiche U-19-EM in zwei Jahren.» Fankhauser/Schaller unterlagen im Viertelfinal den nachmaligen Europameisterinnen Celin Juel/Mette Poulsen aus Dänemark. Von den anderen Schweizer Spielerinnen und Spielern habe man an der EM keine Spitzenplätze erwarten können, ergänzt Cuntapay; zehn Jugendliche vertraten die Schweiz in Slowenien. «Sie haben ihr Bestes gegeben, aber der Abstand zur Spitze ist noch gross.» Nadia Fankhauser und Janis Schneider stammen aus Burgdorf BE, Fabienne Morf aus Aathal ZH. Alle drei besuchen die Regel-Schulklassen in Trogen und trainieren unter dem «Dach» von Appenzellerland Sport.



























