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Erfolgreiches 5. Sozial- und Umweltforum in der Ostschweiz

St. Gallen. Mehr als 2000 Menschen besuchten am vergangenen Wochende das 5. SUFO in der Innenstadt.

Das ist eine erneute Steigerung gegenüber den Vorjahren. Im Zentrum standen am Samstag 59 Workshops zu sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen. Die politische Stadtführung von Historiker und Gemeinderat Max Lemmenmeier durch St.Gallen fand genauso Anklang wie das Atelier «Konsum zwischen Lust und Last» der entwicklungspolitischen Organisation «Erklärung von Bern» oder die Einführung in die brasilianische Kampfkunst «Capoeira». Aber auch Kurse wie «Die Ethik der nachhaltigen Entwicklung» oder «Crash-Kurs (Anti-Kapitalismus» und „Gemeinsam schnell entscheiden – Im Konsens die Welt verändern“ waren sehr gut besucht. Ein auffallend junges Publikum informierte sich, diskutierte Lösungsansätze und tauschte Ideen aus. Angereist waren sie vor allem aus der Ostschweiz, aber auch aus allen anderen Landesteilen. Die Gruppe „terrafair“ kam gar aus Luxembourg fürs SUFO nach St.Gallen Podium Eröffnet wurde das SUFO mit dem Posium «Die Schweiz hat 7 Millionen Farben und wir denken schwarz/weiss – Migrationspolitik wohin».

Es diskutierten Rita Schiavi, Mitglied Geschäftsleitung UNIA und Verantwortliche Bereich Migration, Balthasar Glättli, Generalsekretär Solidarité sans frontières, Gemeinderat Grüne Zürich, Nationalrat Ricardo Lumengo, SP Bern, Prof. Gianni DAmato, Professor für Migration und Staatsbürgerschaft Universität Neuenburg, Direktor des Schweizerischen Forums für Migrations- und Bevölkerungsstudien. Moderiert wurde das Gespräch von Walter Eggenberger. Professor D’Amato, selbst Sohn italienischer Einwanderer, erinnerte daran, wie gut die Schweiz in der Vergangenheit immer wieder Migrantinnen und Migranten in die Gesellschaft integrieren konnte. Dazu war allerdings immer eine intensive politische Auseinandersetzung notwendig. Nationarat Lumengo führte aus, dass sich weltweit sehr viele Staaten mit Migration auseinader zu setzten hätten. Die grössten Migrations- und Flüchtlingsströme finden in Afrika, Asien und Lateinamerika statt. Oft sind es gerade sie ärmsten Länder die am meisten Migranten aufnehmen müssten.

Er forderte eine vernünftige und realistische Migrationspolitik. Rita Schiavi betonte, dass die moderne Schweiz ohne Migarnten nicht existieren würde. Es waren und sind die Italiener, Portuguiesen, Spanier, Bosnier, Albaner und Serben die unsere Strassen, Brücken und Häuser bauten und bauen. Die Gewerkschaften seien sich schon lange gewohnt, mit Menschen verschiedener Herkunft umzugehen. Balthasar Glättli zeigte auf, wie sich die Bedeutung der Begriffe Migration, Integartion und Assimilation in den letzten Jahren verändert hätten und wie sie immer wieder missbraucht würden. «Wenn alle Probleme mit Migrationspolitik gelöst werden sollten ist es klar, dass keine realistischen Lösungen vorgeschlagen werden, und die Migranten für fast alles den Kopf hinhalten müssen.» Die circa 40 Jugendlichen aus verschiedenen Ländern, die ebenfalls auf dem Podium Plazu nahmen und sich sehr gut und praxisnahe in die Diskussion einschalteten waren mit den Experten einig, dass es für die Schweiz sehr wichtig sei, dass die Migranten der zweiten und dritten Generation sich nicht als störende Eindringlinge, sondern als anerkannte und wichtige Bürgerinnen und Bürger der Schweiz anerkannt würden. Eine farbige, moderne Schweiz kündete sich an.

Markt, Tanz und Musik
Über Mittag und am Abend genossen dann auch viele Passanten die Marktatmosphäre im St.Mangen Quartier. Neben Leckerbissen aus aller Welt wurden Tänze aus Indien, Albanien, Kurdistan, Tibet und Brasilien aufgeführt. An 40 Infoständen wurde erklärt, geplaudert und Material verteilt. Das Wetterglück unterstütze die friedliche und bunte Stimmung. Die Ostschweizer Bands «Gärtner von Eden» und „Moralpanik“ zauberten abends feine, kritische und freche Melodien auf den Platz, bevor die Argauer „Rude tins“ dem tanzwütigen Publikum mit Reggae und Ska einheizten.

Bunte Kundgebung durch St.Gallen
Etwa 500 Personen zogen am späteren Nachmittag in einer bunten Kundgebung durch die Stadt und präsentierten Lösungen und Forderungen aus den Workshops. Angeführt von einem 10 Meter langen chinesischen Drachen forderten sie «Respekt für alle», «Weg mit der Ausländerfeindlichkeit», «Kontroliert die Banken», «gerechte Löhne für alle» oder «mehr Investitionen in den ÖV». Vor allem Jungpolitiker hielten feurige Reden. Auffallend war die grosse Anzahl von tamilischen Familien. Sie erinnerten still an die Greueltaten, die ihre Landsleute in Sri Lanka während dieser Tage erleiden müssen.

Preis der Dietschweiler Stiftung
Während dem Podium am Freitagabend wurde überraschend mit einer witzigen Aktion eines Velokuriers die Mitteilung überbracht, dass die Dietschweiler Stiftung ihren disejährigen Preis für besonders engagierte Jugendliche ans SUFO vergibt. Mit den 15000 Franken macht sich das jugendliche Organisationskomitte voller Elan schon bald an die Vorbereitungen für die 6. sechsten Ausgabe des Forums.

St.GallenSt.Gallen / 19.05.2009 - 08:36:32