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Erdrutschsieg der SVP: Eine Presseschau

Für den erdrutschartigen Sieg der SVP bei den Parlamentswahlen vom Sonntag in St. Gallen orten die Kommentatoren der Presse unterschiedliche Gründe.

Die SVP eile weiter von Wahlerfolg zu Wahlerfolg. Am Sonntag sei sie oben angekommen. Jetzt müsse sie aus der Opposition herauswachsen und Verantwortung übernehmen. Zusammen mit der wieder erwachten FDP tue sich ein enormer gestalterischer Spielraum auf, schreibt Kommentator Andreas Fagetti im «St. Galler Tagblatt».

Zu verdanken hätten die beiden Parteien ihre komfortable Ausgangslage der CVP und der SP. Möglich, dass die beiden für die Abwahl Blochers abgestraft worden seien, so Fagetti. «Das allein aber war’s kaum». CVP und SP sei die Wählermobilisierung missraten. Der SP setze zudem eine ungünstige politische Grosswetterlage zu.

Intriganten abgestraft
Die SVP habe keine Probleme, Erklärungen für ihren Wahlsieg zu finden. Für sie sei sonnenklar: Das Wahlvolk habe die Intriganten von CVP und SP tüchtig abgestraft. So einfach die Erklärung der SVP auch scheine, so treffend dürfte sie letztlich sein, kommentiert Heini Schwendener im «Werdenberger & Obertoggenburger» vom Montag.

Nach dem überdeutlichen SVP-Wahlsieg wäre es eigentlich nur folgerichtig, die Partei in die Regierungsverantwortung einzubinden. «Sonst könnte sie mit ihren Stimmen und teilweise auch den Stimmen jener FDP-Kantonsräte, die ihr wohlgesinnt sind, eine Opposition betreiben, die den Kanton blockiert», so Schwendener.

Einmaliger Wahlgang
Der von der SVP angemahnte Zahltag für die Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher habe zur Dramaturgie dieses einmaligen Wahlgangs wesentlich beigetragen, schreibt Heinz Gmür im «Sarganserländer».

Der einzige Wermutstropfen im Siegestrunk der SVP sei wohl die Tatsache gewesen, dass ihrem Regierungsratskandidaten Stefan Kölliker trotz des besten Resultats aller Neuen der direkte Durchmarsch versagt geblieben ist, schreibt der «Sarganserländer».

Potenzial ausgeschöpft
Für das «St. Galler Tagblatt» kommentiert Markus Löliger die Regierungsratswahl so: «Während der SVP-Mann sein (parteieigenes) Wählerpotenzial weitgehend ausgeschöpft haben dürfte, kann die CVP möglicherweise noch einmal mobilisieren.» Zumindest dann, wenn sie den zweiten Wahlgang strategisch geschickt einfädle, so Löliger.

Die in den Wahlen erstarkte FDP befindet sich gemäss Löliger in einer guten Position: Ihr dritter Kandidat Andreas Hartmann habe ein beachtliches Resultat gemacht, und sowohl CVP als auch SVP könnten um einen Sukkurs der FDP buhlen. Würden SVP und FDP zusammenspannen, hätten sie auch in der Regierung das Sagen.

Drei Buchstaben genügen
Der Regierungsratskandidat der SVP müsse zwar in den zweiten Wahlgang. Er habe aber unter allen Neukandidierenden das beste Resultat gemacht. «Das überrascht, weil Stefan Kölliker damit sogar die schweizweit bekannte CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz überholte, kommentiert Antonio Cortesi im «Tages-Anzeiger».

Es erstaune vorallem deshalb, weil Kölliker ein politischer Nobody sei. «Offenbar genügen die drei Buchstaben SVP, um beim Wahlvolk Erfolg zu haben», meint der «Tages-Anzeiger» weiter.

ThurgauThurgau / 17.03.2008 - 10:38:00