Entspannung in der Sozialhilfe
TG Erstmals seit fünf Jahren bildeten sich die Sozialhilfeausgaben wieder etwas zurück.
Im Jahr 2007 wendeten die Thurgauer Gemeinden netto gut 26,9 Millionen Franken für Unterstützungsleistungen auf. Dies waren 8,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Nach fünf Jahren mit zum Teil kräftigen Mehrbelastungen bildeten sich die Sozialhilfeausgaben damit erstmals wieder zurück. Wie die gesamten Sozialhilfeausgaben waren auch die Alimentenbevorschussungen rückläufig, sie lagen netto um 8,7 Prozent unter ihrem Vorjahresstand.
Sozialhilfequote unter Schweizer Durchschnitt
Im gesamtschweizerischen Vergleich ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Kanton Thurgau relativ moderat. Gemäss der Schweizerischen Sozialhilfestatistik erhielten im Jahr 2006 im Kanton Thurgau gut 4400 Personen Leistungen der öffentlichen Sozialhilfe. Dies entspricht 1,9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit liegt die Sozialhilfequote im ländlichen Thurgau deutlich unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 3,3 Prozent.
113 Franken pro Einwohner fliessen in Sozialhilfe
Pro Kopf der Wohnbevölkerung gaben die Thurgauer Gemeinden im Jahr 2007 durchschnittlich 113 Franken für Sozialhilfe aus, 12 Franken weniger als im Vorjahr. Die höchsten Ausgaben für Sozialhilfe leistete der Bezirk Bischofszell, wo pro Einwohner 140 Franken aufgewendet wurden. Auch in den Bezirken Diessenhofen, Kreuzlingen und Frauenfeld waren die Pro-Kopf-Unterstützungen überdurchschnittlich hoch. Vergleichsweise moderat fielen die Sozialhilfeausgaben demgegenüber im Bezirk Weinfelden aus, wo rund 93 Franken pro Einwohner in die Sozialhilfe flossen. Unterdurchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben weisen auch die Bezirke Steckborn und Arbon auf.
Gemeinden unterschiedlich belastet
Die Belastung der einzelnen Gemeinden innerhalb des Kantons ist sehr unterschiedlich. Am meisten, nämlich netto mehr als 200 Franken pro Einwohner, bezahlten im Jahr 2007 Salmsach, Fischingen, Rickenbach, Raperswilen und Bischofszell. Am niedrigsten waren die Netto-Aufwendungen mit weniger als 10 Franken pro Einwohner in Altnau, Salenstein, Herdern und Güttingen. Im Durchschnitt der fünf Jahre 2003 bis 2007 erreichte der Pro-Kopf-Betrag für Sozialhilfeleistungen die höchsten Werte in Rickenbach, Arbon, Salmsach, Bischofszell und Bussnang. Am wenigsten wendeten im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre die Gemeinden Herdern, Hüttlingen, Uesslingen-Buch, Bichelsee-Balterswil und Roggwil für die Sozialhilfe auf.
Weitere Details finden sich in den Statistischen Mitteilungen Nr. 4/2008 «Öffentliche Sozialhilfe der Gemeinden 2007» unter www.statistik.tg.ch.



























