Entscheidung ohne Eltern
Leserbrief. thurgau24.ch-Leser Daniel Sommer beschwert sich, dass im Falle einer Annahme von HarmoS die Eltern nicht mehr mitentscheiden könnten und empfiehlt daher ein klares Nein.
Eine wichtige Entscheidung hätte gar nie vor das Volk gelangen sollen. Der Grosse Rat hat das HarmoS-Konkordat einfach unkritisch durchgewinkt. Innerhalb weniger Jahre wurde dadurch das Einschulungsalter von 6 auf 4 Jahre gesenkt. Dies, ohne dass sich die Eltern darüber äussern konnten. Auch können sie in Zukunft nicht mehr selber entscheiden, wann ihr Kind für die Einschulung reif ist, denn HarmoS sieht keine Ausnahmen vor!
Zum Glück haben sich aber einige mutige Väter und Mütter gewagt, sich gegen HarmoS mittels Referendum zu wehren. Damit hat das Volk das letzte Wort. Die Zielsetzung, dass in allen Kantonen die 9 obligatorischen Grundschuljahre gleich ausgestaltet sind, ist grundsätzlich zu begrüssen. Aber neben diesem wurde viel Unsinniges in HarmoS verpackt, was zur Demontage gut funktionierenden Familienstrukturen und zu hohen Millionenkosten führen wird.
Wollen wir unsere Schulbudgets mit HarmoS noch mehr strapazieren? Sind wir Steuerzahler bereit, diese zusätzlichen Kosten für Personal, Schulräume und Infrastruktur zu bezahlen? Durch ein Nein geht die Vorlage wieder zurück an den Absender. Der effektive Auftrag, wie er im Verfassungsartikel von 2006 vorgesehen worden ist, Harmonisierung der 9 Grundschuljahre soll umgesetzt werden. Allerdings nur der – ohne Schnörkel und sinnlosen Zusatzprojekten. Ich sage nein zu flächendeckenden Tagesstrukturen, bürokratischen Portfolios, Unterricht für fremdsprachige Kinder in fremder Sprache und Kultur – daher lege ich am 30. November 2008 ein Nein zu HarmoS in die Urne.



























