Entlastung der Sozialhilfe dank gutem Wirtschaftsjahr
TG. Dank der noch guten Arbeitsmarktlage bildeten sich die Sozialhilfeausgaben im Jahr 2008 zum zweiten Mal in Folge zurück.
Erstmals seit fünf Jahren sanken die Unterstützungsleistungen unter 100 Franken pro Kopf der Wohnbevölkerung.
Gemäss den soeben erschienenen Statistischen Mitteilungen Nr. 4/2009 «Öffentliche Sozialhilfe der Gemeinden 2008» wendeten die Thurgauer Gemeinden netto 21 Millionen Franken für Unterstützungsleistungen auf. Dies waren 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ausgaben dürften 2009 allerdings rezessionsbedingt wieder ansteigen.
Die Entspannung in der Sozialhilfe war hauptsächlich auf höhere Rückflüsse an die Gemeinden zurückzuführen. Zur Entlastung trug ausserdem der Rückgang der ausbezahlten Sozialhilfeleistungen von knapp einem Prozent bei: Die Brutto-Unterstützungsleistungen lagen mit 85,5 Millionen Franken um 800 000 Franken unter ihrem Vorjahresvolumen. Wie die Sozialhilfeausgaben waren auch die Alimentenbevorschussungen rückläufig, sie befanden sich netto um 41 Prozent unter ihrem Vorjahresstand.
Sozialhilfequote nach wie vor weit unter Schweizer Durchschnitt
Gemäss der Schweizerischen Sozialhilfestatistik, deren aktuellsten Werte sich auf das Jahr 2007 beziehen, nahmen im Kanton Thurgau rund 4100 Personen Leistungen der öffentlichen Sozialhilfe in Anspruch. Dies sind 1,8 Prozent aller Thurgauer Einwohnerinnen und Einwohner. Damit lag die Sozialhilfequote deutlich unter dem gesamtschweizerischen Mittel (3,1 Prozent) und war auch tiefer als in den umliegenden Kantonen Zürich (3,7 Prozent), Schaffhausen (2,4 Prozent) und St. Gallen (2,1 Prozent). Alleinerziehende und Ein-Personen-Haushalte (Alleinlebende) sind besonders häufig auf Sozialhilfe angewiesen. Unterscheidet man nach Altersklassen, sind es im Kanton Thurgau die jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren, die besonders stark betroffen sind (2,3 Prozent der 18- bis 25-Jährigen).
87 Franken pro Person für Sozialhilfe
Pro Kopf der Wohnbevölkerung gaben die Thurgauer Gemeinden im Jahr 2008 durchschnittlich 87 Franken für Sozialhilfe aus, 26 Franken weniger als im Vorjahr. Seit fünf Jahren sind die Pro-Kopf-Ausgaben erstmals wieder unter 100 Franken gesunken.
Die höchsten Ausgaben für Sozialhilfe verzeichneten die Bezirke Diessenhofen, Bischofszell, Steckborn und Frauenfeld, wo mehr als 90 Franken pro Einwohnerin und Einwohner für Unterstützungsleistungen aufgewendet wurden. Moderat fielen hingegen die Zahlen im Bezirk Weinfelden aus, wo nur rund 67 Franken pro Person der Wohnbevölkerung in die Sozialhilfe flossen. Unterdurchschnittliche Pro-Kopf-Aufwendungen wiesen auch die Bezirke Kreuzlingen, Arbon und Münchwilen aus.
Die Ausgaben für die Sozialhilfe der Gemeinden innerhalb des Kantons sind sehr unterschiedlich. Die Spanne reichte von negativen Nettoaufwendungen (Rückvergütungen sind höher als Bruttoausgaben) bis hin zu Nettoausgaben von 324 Franken pro Person der Wohnbevölkerung. Am meisten zahlten die beiden Gemeinden Rickenbach und Bischofszell. Ein Drittel der Gemeinden wendete zwischen 50 und 100 Franken pro Einwohnerin und Einwohner auf.
Weitere Details finden sich in den Statistischen Mitteilungen Nr. 4/2009 «Öffentliche Sozialhilfe der Gemeinden 2008» (www.statistik.tg.ch).



























