«Enkeltrick»-Betrügerin wurde ausgetrickst
Zürich. Damit hatte sie wohl nicht gerechnet: Eine dreiste Betrügerin wurde von der Polizei selbst elegant ausgetrickst - und sitzt nun.
Die Stadtpolizei Zürich erhielt am 20. November 2007 Kenntnis von einem sogenannten Enkeltrickbetrug. Ein 79-jähriger Mann wurde von einem angeblichen Neffen gebeten, ihm 100’000 Franken für einen schnellen, lukrativen Wohnungskauf auszuleihen. Bei der Geldübergabe wurde eine 24-jährige Frau verhaftet.
Der im Stadtkreis 2 wohnende Rentner erhielt erstmals am Montagnachmittag, 19. November 2007, einen merkwürdigen Telefonanruf. Der Anrufer gab sich als Neffe aus und bat ihn um 100’000 Franken zwecks Erstehung einer Eigentumswohnung in Zollikon. Er versicherte, das Geld umgehend nach einigen Tagen zurück zu zahlen.
Der rüstige Mann wollte aber unter keinen Umständen Opfer eines Betruges werden und entschied sich, deshalb die Stadtpolizei zu alarmieren. Zusammen mit den Detektiven wurde das weitere Vorgehen besprochen, um der Täterschaft das Handwerk zu legen. Von diesem Zeitpunkt an wurde der ältere Mann stets durch die Polizei betreut. Im Verlaufe des nächsten Tages telefonierte der angebliche Verwandte 14 Mal und hielt sein Opfer auf dieser Art und Weise permanent unter Kontrolle. Wie mit den Fahndern besprochen, erklärte der Rentner sich bereit, den geforderten Betrag aufzubringen und dem Anrufer auszuzahlen.
Aufgrund ähnlicher Vorfälle ist bekannt, dass die skrupellosen Täter ihre Opfer bei der Geldbeschaffung permanent beobachten. Deshalb setzte sich ein Polizist an das Steuer eines Taxis und holte den Rentner zu Hause ab. Er fuhr mit ihm zu einer Bank, um den Bezug des Geldes vorzutäuschen. Als er nach Hause zurückkehrte, erhielt er weitere Anrufe mit dem Ziel, die Geldübergabe zu vereinbaren. Der Anrufer erklärte jedoch plötzlich, dass er seine Freundin schicken werde, da er selbst verhindert sei. Ihr sollten dann die 100’000 Franken in bar übergeben werden. In der Folge erschien vor der Haustüre tatsächlich eine 24-jährige Frau, um das Geld abzuholen.
Wie mit den Detektiven vereinbart, übergab der Rentner der Frau das «Geldkuvert». Im nächsten Moment schnappten jedoch die Handschellen der Polizisten zu. Bei der Festgenommenen handelt es sich um eine Amerikanerin deutsch-polnischer Abstammung. Weitere Ermittlungen, auch bezüglich des angeblichen Neffen, sind im Gang. Sollten weitere Personen Opfer eines ähnlichen Vorfalls geworden sein, werden diese gebeten, sich bei der Stadtpolizei Zürich unter der Telefonnummer 0444 117 117 zu melden.



























