EMS spürt Konjunkturabkühlung und Dollarschwäche
Romanshorn. Der Spezialchemiekonzern ist im ersten Halbjahr 2008 vom schlechteren wirtschaftlichen Umfeld und dem schwachen Dollar gebremst worden.
Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg noch um 1.7 Prozent auf 136 Millionen Franken.
Der Nettoumsatz erhöhte sich inklusive dem übernommenen Automobilzulieferer EFTEC um 6.9 Prozent auf 837 Mio. Franken. Bei gleichem Konsolidierungskreis wäre er nur um 2.7 Prozent gestiegen, wie die EMS-Gruppe am Freitag mitteilte.
Das Nettoergebnis gab Konzernchefin Magdalena Martullo-Blocher anlässlich einer Medienortenierung in Romanshorn TG nicht bekannt. Im ersten Halbjahr 2007 hatte EMS Umsatz und Betriebsgewinn noch um je fast 11 Prozent erhöhen können. Die Ergebnisse der ersten sechs Monate 2008 liegen dennoch im Rahmen der Analystenerwartungen.
Die EMS-Gruppe rechnet mit einer zunehmenden Verschlechterung der Konjunktur bei weiterhin ungünstigen Währungsverhältnissen. Das Unternehmen senkt daher die Prognosen. Für 2008 wird ein Nettoumsatz leicht über Vorjahr erwartet.
Der operative Gewinn werde sich unterproportional zum Umsatz entwickeln und voraussichtlich leicht unter Vorjahr liegen. Bisher hatte EMS einen Nettoumsatz und ein Betriebsergebnis leicht über 2007 in Aussicht gestellt.
Die Anleger reagierten enttäuscht auf diese Prognose. An der Schweizer Börse SWX gerieten die EMS-Aktien unter Druck. Bis Mittag verloren die Papiere um 1,7 Prozent auf 132 Franken.
Polymere Werkstoffe ausbauen
Trotz Verlangsamung der weltweiten Konjunktur sei es gelungen, den Hauptbereich der polymeren Werkstoffe auszubauen. EMS wolle deshalb die bisherige Strategie der Förderung der polymeren Werkstoffe fortführen, sagte Martullo-Blocher.
Dies betreffe insbesondere den Marktausbau der EMS Togo mit Standort in Romanshorn. Dabei werde der raschen Einführung neuer Produkte hohe Bedeutung zugemessen.
Wie geplant schliesst die EMS-Gruppe bis Ende Dezember die Verlagerung der Produktion von Airbag-Zündern von Domat/Ems nach Tschechien ab. Davon betroffen sind 91 Mitarbeiter in Domat/Ems. Die Hälfte davon konnte gemäss Martullo-Blocher neu platziert werden, für 14 Personen werde bis Ende 2008 eine Lösung gesucht.



























