Einwohnerbefragung lohnte sich

Heiden. Ein gutes Jahr nach Bekanntgabe der Ergebnisse der Einwohnerzufriedenheit hat der Gemeinderat eine Zwischenbilanz über Ansprüche und Wirklichkeit geführt.

Er konnte dabei feststellen, dass viele der in der Einwohnerzufriedenheitsanalyse gewünschten Projekte und vorgeschlagenen Massnahmen sich im Stadium der Planung oder Realisierung befinden, oder schon ausgeführt sind.

Im Dezember 2006 hat der Gemeinderat beschlossen, im Sinn einer Analyse der Kundenzufriedenheit von einem Team von Studenten der FHS St. Gallen eine Einwohnerbefragung durchführen zu lassen. Die Befragung fand im Frühjahr 2007 statt. Im Juli 2007 wurden der Gemeinderat und die Medien über die Einwohnerzufriedenheits-Analyse (EZA) orientiert. Mit Bezug auf diese Analyse hat der Gemeinderat die Frage diskutiert, welche Massnahmen sich aufgrund der damaligen Ergebnisse sich zur Zeit noch aufdrängen.

Wünsche teils bereits erfüllt
Einige Detailergebnisse aus dem 68-seitigen Bericht und dem umfangreichen Anhang seien hier herausgegriffen:

Steuerbelastung. Sehr häufig wurde der Wunsch nach einer geringeren Steuerbelastung geäussert. Massnahme: Im Hinblick auf den Voranschlag 2008 wurde der Steuerfuss der Gemeinde von 4,3 auf 4,1 Einheiten gesenkt.

Parkplatzmöglichkeiten. In Heiden seien die Parkplatzmöglichkeiten, vor allem für Tagestouristen, ungenügend. Massnahme: Auf den grossen Besucherparkplatz an der Badstrasse muss deutlicher aufmerksam gemacht werden. Im Neubau Coop/Raiffeisen stehen seit kurzem rund 70 Parkplatze nicht nur den Kunden, sondern auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Öffentlicher Verkehr. Das Angebot häufiger Busverbindungen nach verschiedenen Richtungen wird ausdrücklich anerkannt. Man vermisst jedoch Spätverbindungen von St. Gallen nach Heiden gerade am Wochenende. Massnahme: Im Dezember 2007 wurde jeden Freitag und Samstag neben den Kursen um 23.23 und 00.33 Uhr auf Kosten des Kantons und der Gemeinden Eggersriet, Grub und Heiden versuchswei-se ein zusätzlicher um 01.33 Uhr versuchsweise eingeführt. Dieser gehört ab dem Fahrplanwechsel Dezember 2008 zum «ordentlichen» Angebot ohne Zusatzfinanzierung durch die Gemeinden.

Schalteröffnungszeiten und Erreichbarkeit der Gemeindeverwaltung. Die Erwartungen der Befragten betreffend die Schalteröffnungszeiten der Gemeindeverwaltung (09.00-11.30 und 14.00-16.30 Uhr) werden «nicht ganz erfüllt». Dasselbe gilt für die Erreichbarkeit der Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung. Bemängelt wird auch, dass am Schalter lange Wartezeiten entstehen, weil Kunden Formulare gleich am Schalter ausfüllen. Dies verhindert, dass die nächsten Kunden am Schalter «nachrücken» können. Massnahmen: Auf der Orientierungstafel beim Rathauseingang und auch auf der Homepage ist der Satz zu lesen: Mit den einzelnen Abteilungen können persönliche Terminvereinbarungen auch ausserhalb der Schalteröffnungszeiten getroffen werden. Dass diese Möglichkeit besteht, ist anscheinend zu wenig bekannt. Sie kann noch vermehrt genutzt werden. Damit Kunden Formulare nicht mehr am Schalter selbst ausfüllen müssen, wird in der Schalterhalle in Kürze ein kleiner Tisch installiert, an dem solche «Schreibarbeiten» erledigt werden können. Damit sollten die Wartezeiten abgekürzt werden können. Die Erreichbarkeit der Mitarbeitenden bzw. der Verwaltung soll mit entsprechenden Telefonschaltungen so verbessert werden, dass sich bei jedem Anruf auf jeden Fall jemand meldet – auch wenn dies vielleicht nicht die Person ist, die man erreichen will.

Information der Öffentlichkeit durch den Gemeinderat / Homepage. 70 % der Befragten sind eher oder ganz zufrieden mit der Information des Gemeinderates über seine Beschlüsse und Geschäfte. Dieser Wert weist auf ein Verbesserungspotential hin. Mit der Homepage werden die Erwartungen der Öffentlichkeit erfüllt, doch auch hier bestehen bezüglich Informationsgehalt und Übersichtlichkeit Verbesserungsmöglichkeiten. Massnahmen: Wo möglich, Beschleunigung der Information der Öffentlichkeit via Medien, und Modernisierung sowie Neugestaltung des Internet-Auftritts. Die Kommission Standort und Kulturförderung ist zur Zeit mit dieser Aufgabe befasst.

Faktoren der Zufriedenheit
Von den befragten Personen als Faktoren der Zufriedenheit stark hervorgehoben wurden vor allem Einrichtungen in den Bereichen Lebensqualität Konsum, Gesundheit, Kinder/Jugend und Freizeit. Beispiele dazu sind:

Lebensqualität Konsum. Damit die Einwohner von Heiden einen gewissen Luxus- und Lebensstandard geniessen können, braucht es u.a. entsprechende Einkaufsmöglichkeiten und eine Gastronomie, welche diesen Bedürfnissen entgegenkommt. Das Vorhandensein von guten Einkaufsmöglichkeiten wird als äusserst wichtig bezeichnet, der Erfüllungsgrad dieser Erwartungen liegt wenig unter dem Optimum. Perspektiven: Der Neubau Coop, der teilweise schon für Einkäufe offen ist, wird bald fertig erstellt sein. Auch die Migros will einen Neubau erstellen, der als erstes CO2-neutrales Gebäude der Schweiz geplant ist. Mit diesen neu entstehenden Angeboten im Food- und Non-Food-Bereich wird die Zufriedenheit der Einwohner punkto Einkaufsmöglichkeiten dann wohl dem Optimum entsprechen. 46 % der Befragten be-zeichnen eine gute Gastronomie für ihre Lebensqualität in Heiden als wichtig, 47 % haben dazu eine neutrale Einstellung. Für 73 % der Befragten trifft uneingeschränkt oder eher zu, dass die Qualität des gastronomischen Angebots in Heiden ihren Erwartungen entspricht und sie zum Teil sogar übertrifft.

Gesundheitswesen. Mit der medizinischen Versorgung in der Gemeinde sind die Befragten «praktisch wunschlos glücklich» (Zitat aus dem FHS-Bericht). Das Gesundheitswesen am Ort mit zwei Spitälern, vielen allgemein praktizierenden Ärzten und Fachärzten, fünf Zahnärzten sowie einem umfangreichen Angebot in alternativen Heilmethoden wird als grosser Beitrag zur hohen Lebensqualität in Heiden wahrgenommen.

Kinder/Jugend. 84 % der Befragten sind mit der Schule und den Kindergärten eher bis sehr zufrieden. Dieser Wert zeigt, dass die Qualität der Schule ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität ist. Mit der Einführung von bedarfsgerechten Tagesstrukturen und dem Lernraum im Oberstufenschulhaus Gerbe wurden weitere Innovationen in der Schule Heiden umgesetzt.

Freizeit. Dem Ort Heiden wird ein hoher Freizeitwert bescheinigt. Dass in Heiden ein Freibad mit überdurchschnittlichem Standard vorhanden ist, wird als sehr wichtig beurteilt.

Welche Projekte sind wie wichtig?
Was zukunftsträchtige Projekte betrifft, wird Heiden von den Befragten als «wenig innovativ» eingestuft. Dies erstaunt, weil zum Zeitpunkt der Befragung mehrere solche Projekte in Planung oder sogar in Ausführung waren. Betreffend Wichtigkeit wurden folgende Projekte mit Rängen, die über dem Mittelwert liegen, bewertet. Dies sind:

• die Sanierung und Modernisierung des Kursaals (in Ausführung);
• eine «komfortable Busumsteigeanlage» (Projekt steht im Bewilligungsverfahren);
• eine Tagesstruktur und Blockzeiten in der Schule (eingeführt)
• eine professionelle Jugendarbeit (Von den Befragten das mit grösster Wichtigkeit versehene Projekt. Die Realisierung dieses Projekts wird über den Voranschlag 2009 beantragt.)

Der Gemeinderat konnte mit Befriedigung und Freude feststellen, dass viele der in der Einwohnerzufriedenheits-Analyse gewünschten Projekte und vorgeschlagenen Massnahmen in der Zeit, seitdem dieser Bericht erschienen ist (Juli 2007), sich im Stadium der Planung oder Realisierung befinden, oder gar ausgeführt sind. In Heiden gibt es noch Vieles, was verbessert und optimiert werden kann. Der Gemeinderat bleibt weiterhin am Ball.

Appenzell Ausserrhoden / 04.11.2008 - 10:30:00
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