«Eine absolute Sensation»
Salenstein. Napoleon der Dritte, der letzte französische Kaiser, zieht die Gäste an den Bodensee. Die Ausstellung wird verlängert.
Bislang haben mehr als 25’000 Besucher die grenzüberschreitende Doppelausstellung gesehen, die zu seinem 200. Geburtstag gezeigt wird.
Die beiden Schauen auf dem Arenenberg im Thurgau und im Konstanzer Kulturzentrum stossen auf grosses Interesse. Sie beleuchten unbekannte Seiten des späteren Kaisers. Wegen des grossen Interesses werden die beiden Ausstellungen um zwei Wochen bis Ende Oktober verlängert.
So zählt das Napoleonmuseum 60 Prozent mehr Besucher als im vergangenen Jahr. «Das ist eine absolute Sensation», sagte Museumsleiter Dominik Gügel am Freitag vor den Medien.
Louis Napoleon, wie er damals noch genannt wurde, hat am Bodensee seine ersten 30 Lebensjahre und damit eine prägende Zeit verbracht. Er sprach nicht nur französisch sondern auch die einheimische Mundart, besuchte die Militärakademie in Thun und besass einen Schweizer Pass.
Französischer Kaiser mit Schweizer Pass
Louis Napoleon, wie er damals noch genannt wurde, hat am Bodensee seine ersten 30 Lebensjahre und damit eine prägende Zeit verbracht. Er sprach nicht nur französisch sondern auch die einheimische Mundart, besuchte die Militärakademie in Thun und besass einen Schweizer Pass.
Die Recherchen im Vorfeld der Ausstellung haben überraschende Erkenntnisse zu Tage gefördert. Denn bislang wurde über die liberale politische Prägung, die der spätere Kaiser im Thurgau und im Grossherzogtum Baden in seiner Jugend erfahren hat, noch wenig geforscht.
Verflechtungen
Aber auch umgekehrt hatten die Bonapartes grossen Einfluss auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in der Bodenseeregion. Nicht nur, dass Louis Napoleon etliche illegitime Nachkommen hinterlassen hat, die Familie investierte kräftig in die lokale Industrie und auch in die Schifffahrt.
Beim örtlichen Handel und der Gastronomie kurbelte die kaiserliche Familie den Umsatz an. Eine Fülle privater und bislang gut gehüteter Erinnerungsstücke in den beiden Ausstellungen lässt das alltägliche Leben auf dem Arenenberg und in der Residenzstadt Konstanz lebendig werden.
Neu entdeckt
Stets argwöhnisch beobachtet wurde das Treiben am Bodensee übrigens von den Spitzeln des österreichischen Fürsten Metternich, die regelmässig Bericht erstatteten.
Vor allem in Frankreich sind die Ausstellungen und die neuen Erkenntnisse auf grosses Interesse gestossen. «Der letzte französische Monarch wird neu entdeckt am Bodensee,» sagte Tobias Engelsing, Leiter der Konstanzer Museen. Zurzeit werden auf dem Arenenberg noch bislang unzugängliche Quellen gesichtet.
Alltagsleben und Ausbildung
Eine Vielzahl bislang noch nie gezeigter Exponate lassen das Alltagsleben, aber auch Louis Napoleons Erziehung und Ausbildung lebendig werden. Über die liberale politische Prägung, die der spätere Kaiser im Thurgau und im Grossherzogtum Baden in seiner Jugend erfahren hat, wurde bislang noch wenig geforscht.
Weitere Informationen finden Sie unter www.napoleonmuseum.tg.ch und www.konstanz.de



























