Einblicke in innovatives Unternehmen

Gegen 20 Mitglieder haben die Gelegenheit genutzt, vertiefte Einblicke in die Hermann Koller AG werfen zu können.

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Das traditionelle Textilunternehmen bietet heute in der Schweiz ein einmaliges Veredelungsangebot ist gefragter Produktionspartner für die Spitzen der St.Galler Stickereiindustrie.

Geschäftsführer Daniel Waldmeier und Betriebsleiter Stefan Zimmermann führten die Gäste der FDP Gais kompetent durch das Unternehmen, das seit über 100 Jahren spezialisiert ist auf die Veredlung von St.Galler- und Ätzstickereien.

Bei der Hermann Koller AG werden in erster Linie Stickereien aus St.Gallen veredelt. Diese äusserst sensiblen Textilprodukte finden danach ihre Anwendung bei weltweit führenden Herstellern von Damenunterwäsche. Ein neuerer Geschäftszweig ist die Veredelung von Garnen.

Dem Markt angepasst
Es ist kein Zufall, dass die Hermann Koller AG sich auf dem seit Jahren schrumpfenden schweizerischen Textilmarkt erfolgreich behaupten kann. „Im Gegensatz zu anderen Unternehmen konnten wir – auch dank der überschaubaren Grösse – immer flexibel auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren“, erklärte Daniel Waldmeier.

Von der Vielseitigkeit der Dienstleistungen konnten sich die FDP Mitglieder auf dem Rundgang eindrücklich überzeugen. Der umfangreiche Maschinenpark und die technischen Einrichtungen werden gezielt eingesetzt, das Labor wirkt unterstützend und langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen ihr umfassendes Know-how gezielt ein.

Was auf den ersten Blick wie ein Anachronismus aussieht – das Jahrzehnte alte Spann- und Trockengerüst im Dachstock des Gebäudes – wird ganz bewusst weiterbetrieben. Falls die moderneren Maschinen, die in der Regel diese Funktion ausübten, einmal einen defekt erleiden sollten, können wir sofort reagieren, wie Stefan Zimmermann ausführt.

Wurzeln im 19. Jahrhundert
Die Fabrikliegenschaften in Zweibrücken haben eine lange Geschichte: 1877 wurde dort die Zwirnerei Zweibrücken gegründet. Bis 1889 wurden Geschirrfäden, Nähfäden und Stickgarne hergestellt bevor im Jahr 1901 das Färberei- und Appreturgeschäft an Albert Tobler und Hermann Koller-Menet überging.

Als Tobler 1906 aus der Firma ausschied, führte Koller den Betrieb allein weiter. Nebenbei widmete er sich nebenbei auch noch der Landwirtschaft und galt als geschickter Viehhändler.1921 richtete ein Brand beträchtlichen Schaden an und zwischen 1931 und 1937 galt es einen massiven Umsatzrückgang u überstehen. Erst in den Nachkriegsjahren zog die Nachfrage wieder an.

Bis ins hohe Greisenhalter stand Hermann Koller an der Spitze des Unternehmens, das 1951 in die Aktiengesellschaft «Hermann Koller AG» umgewandelt wurde und deren Leitung 1958 in fremde Hände überging. Seither entwickelte das Unternehmen sein Arbeitsspektrum kontinuierlich weiter. Vor einigen Jahren konnte ein grösserer Erweiterungsbau realisiert werden und seit 2006 verfügt die

Hermann Koller AG über ein Joint Venture in China. Mit diesem zusätzlichen Standbein hat das Unternehmen einen weiteren Schritt in die Zukunft gemacht, die weiterhin mit dem Standort Gais geplant wird. Denn, so Daniel Waldmeier, hier sei man nahe an den wichtigsten Kunden.

Im Anschluss an den Betriebsrundgang genossen die Mitglieder der FDP Gais einen lockeren Apéro für den Gedankenaustausch über das soeben Gesehene und Gehörte. Der Vorstand der FDP Gais dankt der Hermann Koller AG für den spannenden Abend und freut sich auf weitere Einblicke in einheimische Unternehmen.

Appenzell Ausserrhoden / 17.12.2008 - 08:47:00
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