Ein Zug, eine Ausstellung und ein teurer Park
TG. 2008 feiern der Thurgau und die Stadt Konstanz den 200. Geburtstag des letzten französischen Kaisers Napoleon III. Dafür ist am Donnerstag ein Zug der Regionalbahn Thurbo auf den Namen des Kaisers getauft worden.
Der Thurbo-Zug ist auf der einen Seite mit einem Bild von Napoleon III. sowie dessen Namen geschmückt. Auf der anderen Seite prangt ein Bild von Schloss Arenenberg, der Heimat des Kaisers von 1817 bis 1838. Getauft wurde der Zug mit Konstanzer Wein.
Ausstellung und Parkrestaurierung
Gleichzeitig mit der Zugstaufe warben das Napoleonmuseum Arenenberg TG und die Städtischen Museen Konstanz noch einmal für ihre schon früher angekündigte grenzüberschreitende Napoleon-Ausstellung. Sie beginnt am 20. April, dem Geburtstag des Geehrten.
Der Thurgau meldete gleichzeitig, dass die Restaurierung des Landschaftsparks um Arenenberg teurer zu stehen kommt, als erwartet. Bei den Sanierungsarbeiten des seit Anfang des 20. Jahrhunderts vernachlässgten Parks seien mehr historische Funde als erwartet zutage getreten.
Das erhöhe die Sanierungskosten um 855 000 Franken auf 3,25 Millionen Franken. 600 000 Franken der Mehrkosten bezahlt der Kanton aus dem Lotteriefonds. Bereits früher waren 500 000 Franken für die Parkrestaurierung aus dem Lotteriefonds spendiert worden. Der Rest der Sanierung soll aus Spenden finanziert werden.
Königin Hortense der Niederlande
Der Landschaftspark des Schlosses Arenenberg wurde ab 1816 durch Königin Hortense de Beauharnais entwickelt. Sie war die Mutter Napoleon III. sowie Stieftochter und Schwägerin Napoleon I.. Nachdem dieser ins Exil geschickt worden war, mussten alle Bonapartes Frankreich verlassen.
Hortense, gewesene Königin der Niederlande, zog 1815 – zuerst vorübergehend, ab 1817 dauernd – zusammen mit ihrem damals siebenjährigen Sohn Louis Napoleon an den Bodensee. Der spätere Napolen III. wuchs im Thurgau und in Konstanz auf. Er war Schweizer Bürger und Offizier, machte die Konstanzer Gaststätten unsicher und sprach neben seiner Muttersprache Französisch auch perfekt Alemannisch.
Putschversuch und Exil
1836 scheiterte sein erster Putschversuch in Strassburg. Dann wurde er in die USA verbannt. Von dort kehrte er aber schon ein Jahr später an den Bodensee zu seiner sterbenden Mutter zurück. Ein Jahr nach deren Tod musste er ins englische Exil.
Von dort aus betrieb er seine politischen Vorstösse in Frankreich, wo er 1848 zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. Drei Jahre später löste er das Parlament auf und liess sich zum Kaiser wählen. Nach der Niederlage Frankreichs im deutsch-französischen Krieg zog er erneut nach England ins Exil, wo er 1873 starb.



























