«Ein Zeichen setzen»
Eishockey. Yves Narbel/Gris Ettore und der SC Herisau sind über eine Vertragsverlängerung um eine weitere Saison einig geworden.
Unsere Zeitung sprach mit Yves Narbel und fühlte diesem auf den Zahn:
Herr Narbel, Gratulation, den zweiten Platz haben Sie und Ihre Mannschaft nun auf sicher. Das erste Saisonziel ist also geschafft. – Was bewog Sie dazu, schon heute den Vertrag mit Herisau zu verlängern?
Herisau ist eine gute Adresse und die Arbeit ist noch lange nicht fertig. Wir können noch grosse Fortschritte machen. Dies ist ein guter Grund zu verlängern.
Wie man hört, fühlen sich oft vor allem junge Spieler von Ihnen zu hart angepackt. Woran liegt das?
Für mich gibt es keine jungen und alten Spieler. Es werden alle gleich behandelt. Eishockey ist ein harter Sport. Da braucht es Disziplin und Härte. Das hat nichts mit dem Alter zu tun. Jeder hat die Weisungen einzuhalten.
Anhand der Tabellenlage scheint klar: Der SC Herisau empfiehlt sich für höherer Aufgaben. Wie sieht es denn in Sachen Nachwuchs aus? Sie als Juniorentrainer können uns sicher sagen, ob denn auch bei einem allfälligen Aufstieg genug Spielermaterial vorhanden wäre.
Es gibt ein paar Talente. Die Nachwuchsabteilung ist gut und erfolgreich geführt. Das ist auch eine Motivation, um aufzusteigen. Fakt ist aber, dass es nie genug Spieler gibt. Es gibt sicher interessante Spieler, die nachkommen. Ganz nur mit eigenen Spielern wird es aber nicht reichen. Das ist auch klar. Noch nicht.
In vielen Spielen wurde der SC Herisau nicht wirklich gefordert. Und dann plötzlich sehen wir in Romanshorn ein Spiel, in welchem der SC Herisau froh sein musste, dass er auf einen überdurchschnittlichen Torhüter zurückgreifen konnte. Ganz kritisch gesagt, Ihre Mannschaft war doch zwei Drittel lang nicht parat, oder?
Diese Aussage stimmt nicht ganz. Wir mussten in jedem Spiel unseren Sieg hart erarbeiten. Geschenkt wurde und wird uns nichts. Von aussen sah das vielleicht so aus. Aber effektiv war das nicht so. Es gibt einfach solche Spiele, bei denen man froh sein muss, dass einem der Goalie im Spiel hält.
Der SC Herisau ist doch nur eine Zwischenstation für Sie. Wohin möchte Yves Narbel einmal kommen?
Stimmt nicht. Ich sehe derzeit nur Herisau und befasse mich nicht mit dem Übermorgen. Mich interessiert jetzt und heute nur der SC Herisau.
Von den Verantwortlichen ist zu hören, dass man mit Ihrer Arbeit sehr zufrieden ist. Und doch weiss jeder, hier in Herisau ist das Pflaster als Trainer fast so rau ist wie in München bei den Fussball-Bayern. Einmal verlieren und schon steigt die Chefetage. Böse Zungen behaupten, Sie machen einfach das, was Ihnen die «Uli-Höness-Taschenformat-Connection von Herisau» vorgibt.
Das sind wirklich böse Zungen. Das ehrt mich, dass Herisau mit Bayern verglichen wird und bestätigt, dass ich mit der Verlängerung das Richtige mache. Die Chefetage lässt mich meinen Job so machen, wie ich das möchte und das passt bestens. Diese bösen Zungen sind überall und nicht relevant für mich.
Hand aufs Herz, alles andere als ein Aufstieg wäre doch als Niederlage zu bezeichnen. Wie sehen Sie diese Situation?
Das stimmt 100-prozentig. Herisau gehört in die 1. Liga. Alles andere ist eine Niederlage. Für mich, den Club und die Region.
Was passiert, wenn Herisau den Aufstieg nicht schafft?
Dann werden wir alles dran setzen, dass es das nächste Jahr klappt.
Welchen Gegner wünschen Sie sich für die Playoffs als Erstrundengegner? – Was muss man von den Gegnern aus der anderen Gruppe erwarten?
Wir haben einige Gegner schon beobachten können. Solange nichts entschieden ist, ist es schwer, sich damit zu befassen. Es ist eigentlich egal. Es wird hart und wir bereiten uns auf jeden Gegner gleich vor.
Der SC Herisau ist bereits für die Playoffs qualifiziert, trotzdem sind noch gewisse Restspiele zu absolvieren. Wie motivieren Sie die Mannschaft?
Wir wollen trotzdem versuchen an den Pikes, die Leader sind, dran zu bleiben. Es ist grundsätzlich eine Ehrensache, in jedem Spiel das Beste zu geben. Nur gute Spiele bringen uns dann auch für die Playoffs weiter.
Sehen wir Christof Högger in dieser Saison noch auf dem Eis?
Wir hoffen es. Ob er den konditionellen Rückstand wettmachen kann, muss sich zeigen. Uns belasten auch noch andere Ausfälle wie Hofer, der schon zeigen konnte, was er uns bringen kann.
Hat der SC Herisau genug Potenzial, sich in der Aufstiegsrunde durchzusetzen?
Ja, auf jeden Fall. Playoffs haben eigene Gesetze. Wir sind bereit und das Potenzial in der Mannschaft ist auch trotz der Verletzungen immer noch sehr gross.
Gibt es Spieler, die Ihnen spezielle Freude gemachte haben? Ich bin nicht dafür, Einzelne herauszuheben. Das Kollektiv zählt. Natürlich gibt es den einen oder anderen, der über sich herausgewachsen ist. Aber Namen zu nennen, wäre jetzt nicht klug.
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