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Ein Psychologe zur Weihnachtszeit

Ich liebe Weihnachten - was eigentlich die wenigsten tun. Und dies nur, weil ich bereits einmal den Samichlaus im Kängurubeutel gesucht habe... und nicht gefunden habe.

Weihnachten und ich… Irgendwie werde ich bei dieser Kombination stutzig, Insider wissen, dass diese Begriffsverknüpfung in Bezug auf mich heikel sein kann und denkbar in die falsche Richtung verläuft.

Globetrotterin als Berufung
Irgendwie bezeichne ich mich gerne als Weltenbummlerin. Dies ist nicht mein Beruf, sondern meine Berufung. Ich wurde erschaffen, um die Welt zu entdecken und nichts unversucht zu lassen.

Eine Person, die gerne mit der Sonne am Strand um die Gunst der Stunde buhlt, die am liebsten mit geschlossenen Augen und kopfüber in jedes Abenteuer stürzt, die andere Kulturen erforscht. Beim einen oder anderen mag es bereits klingeln… Da möchte man doch glatt meinen, ich gehöre zu der Sorte von Anti-Weihnachtsmännern, die Nonstop am Nörgeln sind. Brr- wie kalt es hier doch an Weihnachten immer ist, oh- welch Geschenkstress wir wieder haben und uii- wie fett wir bei dieser Kost stets werden.

Ich liebe Weihnachten
Nein, Stopp, alles nur gelogen. Im Gegenteil: Ich liebe Weihnachten, mit all seinen mühsamen Seiten und Sitten. Ich liebe es, wenn ich mir für die kalte Jahreszeit mit Lebkuchenmännchen und Raclettes ein Fettpolster anlegen kann, wenn ich durch die verschneiten Strassen bummle, wenn ich anderen Mensch eine Freude machen kann. Doch woher kommt dieses Phänomen, dass ich so anders bin als die halbe Gesellschaft um mich herum?

Kehrtwende in Down Under
Einschneidend war die Erfahrung, Weihnachten im fernen Australien zu feiern wollen/müssen/dürfen.

Da spaziert man bei 35 Grad quietsch fröhlich am Strand entlang, lässt Jingle-Bells-Gedudel aufs Gemüt wirken und versucht sich Santa-Claus auf dem Känguru vorzustellen. Heiligabend ohne Freunde und Familie zu feiern kann zum ultimativen Gemütskampf werden.

Die Vorstellungen vom trauten Familienfest im kalten Zuhause rasen in alle Verrenkungen und Sackgassen des Hirnes. Keine Oma die an der Wange tätschelt und staunt, wie gross man schon wieder ist, kein Besuch der Mitternachtsmesse, kein Aufwärmen der kalten Finger an einer Tasse Tee, keine Umarmungen von Eltern und Geschwistern…

Hilfe vom Psychiater
Dies war für mich der springende Punkt, meinen inneren Psychiater zu fragen, ob denn das normal ist. Träumt nicht jeder von Weihnachten am Strand bei über 30 Grad? Viele mögen es sein. Ich habe es erlebt und weiss nun, dass für mich Weihnachten nur ist, wenn die Kombination zwischen Familie, Wetter und Einstellung stimmt.

Ich, die unermüdliche Globetrotterin, die aber im tiefsten Inneren stets ein Heimwehkind sein wird. Nicht selten im Leben muss man in der Ferne nach Antworten und Lösungen finden, damit man mit dem unmittelbaren Glück von Zuhause selig sein werden kann.

Na dann, ein Prosit auf die gestopfte Gans und farbiges Geschenkpapier!

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 18.12.2007 - 07:39:00