Ein Preis für das «Museum für Lebensgeschichten»
Speciher/AR. Das «Museum für Lebensgeschichten» hat an der Preisverleihung des «2009 European Museum of the Year Award» die zweithöchste Auszeichung erhalten.
Im türkischen Bursa fand am 9. Mai die Preisverleihung für den «2009 European Museum of the Year Award» statt. Museum des Jahres wurde das Salzburg Museum Neue Residenz. Eine «Special Commendation» – die zweithöchste Auszeichnung – erhielt das vom Künstler H.R. Fricker konzipierte «Museum für Lebensgeschichten» in Speicher.
Am diesjährigen internationalen Wettbewerb um den «European Museum of the Year Award» beteiligten sich 52 Museen aus 25 europäischen Ländern – unter anderem drei Schweizer Museen – das Museum Rietberg, Zürich, das Museum für Lebensgeschichten, Speicher und das Walliser Kunstmuseum, Sitten.
Das 2006 neu eröffnete und weltweit einzigartige Museum für Lebensgeschichten (MfL) im Appenzell Ausserrhodischen Speicher wurde an der 32. European Museum of the Year Award-Verleihung mit einer «Special Commendation» – der zweithöchsten Bewertung – ausgezeichnet. Das MfL in Speicher ist ins Alterszentrum Hof Speicher integriert. Lebensgeschichten werden in diesem einzigartigen Museum in Form von Ausstellungen, Führungen, Vorträgen, Erzählcafés, Diskussionen und weiteren Aktivitäten visualisiert.
Das MfL ist ein visionäres Projekt des Schweizer Künstlers H.R. Fricker. Er gewann mit seiner Idee den seinerzeitigen Kunst am Bau-Wettbewerb. Lebensgeschichten erfassen, aufarbeiten, dokumentieren und auch sichtbar machen ist das Ziel des Museums. Es soll ein Kompetenzzentrum werden, von dem nicht nur die Bewohner vom Hof Speicher profitieren, sondern auch nähere und weitere Kreise der Bevölkerung, die sich mit Altersfragen befassen oder sich dafür interessieren. Hinter dem Museum steht ein Trägerverein. Dieser stellt die Verbindung zur Bevölkerung her und bildet ein tragfähiges Fundament, ohne dass dieses ehrgeizige Projekt nicht weiter ausgebaut werden kann.
Hermann Schäfer, Gründungsdirektor des Hauses der Geschichte der BRD in Bonn und Jurymitglied des EMF/EMYA zum Museum für Lebensgeschichten: «Es ist eine sensationelle Idee, die noch nirgendwo anders realisiert wurde – ein Museum, das seinesgleichen sucht und ein beispielgebendes Modell für die Zukunft ist; dies nicht zuletzt in einer alternden Gesellschaft. Das Altersheim bekommt eine völlig neue Dimension; es ist nicht mehr letzter Wohnsitz, sondern Aufbruch in die Erinnerung.»



























