Ein Kanton auf dem richtigen Weg
Kommentar. Eine Wirtschaftsstudie, die Ausserrhoden kritisch beleuchtet, gibt Anlass zu Diskussionen - und auch zu absurden Schlussfolgerungen.
Zugegeben: Viel Grund zur Freude an der Studie «Ostschweiz 2007» der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell (IHK) hat man in Ausserrhoden nicht. Unterm Strich glänzte der Halbkanton in den vergangenen Jahren punkto wirtschaftlichem Wachstum nicht (siehe Artikel vom 20.11.07).
Andererseits: Während die Autoren der Studie ihr Zahlenmaterial zusammentrugen, war die Politik in Ausserrhoden längst damit beschäftigt, das, was kritisiert wird, zu ändern. Gebremst wurde die Regierung dabei höchstens von juristischer Seite; ihr Bestreben, den Halbkanton mit einer konsequenten und mitunter auch aggressiven Nischenpolitik im Standortwettbewerb positiv zu positionieren, ist jedenfalls unübersehbar.
Umso absurder, wenn nun – wie heute in einer Tageszeitung geschehen – der Regierung empfohlen wird, nicht zu stark auf die vorliegende Studie zu hören. Zitat aus einem Kommentar in der «Appenzeller Zeitung»: «Die Regierung sollte ihre auf Wachstum zugeschnittene Politik nicht über das soziale Wohlbefinden setzen.» – Diese Aussage verrät ausgeprägten ökonomischen Unsachverstand. Es ist ja eben gerade das genannte Wachstum, das soziales Wohlbefinden erst ermöglicht. Woraus soll denn dieses «Wohlbefinden» finanziert werden wenn nicht durch Wachstum?
Die Problemfelder, welche die Regierung erkannt und in Angriff genommen hat, sind struktureller Natur. Jahrelang hat man in Ausserrhoden gerne und oft die Flucht ergriffen – Private und Unternehmen. Beide aber sind wichtig und bedingen sich gegenseitig. Was die Regierung derzeit tut – wenn man sie lässt -, dient dem Ziel, die Menschen wieder nach Ausserrhoden zu holen: Als Bewohner, als Arbeitgeber, als Arbeitnehmer, als Familien, als Steuerzahler. Daraus, und nur daraus, kann dann soziales Wohlbefinden entstehen. Vor dem Hintergrund einer florierenden Wirtschaft wachsen die Mittel und sinkt die Zahl derer, die diese aufgrund von Arbeitslosigkeit brauchen. Wer diese einfache Gleichung begriffen hat, kann politisch reagieren. In Ausserrhoden ist man auf einem sehr guten Weg dorthin.



























