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Ein Dutzend Versicherungsbetrüge geklärt

Kanton Zürich/ZH. Die Kantonspolizei Zürich hat in einem Ermittlungsverfahren zwei Drahtziehern und 21 Mittätern zwölf fingierte Verkehrsunfälle nachweisen können. Versicherungsgelder in der Höhe von rund 340'000 Franken wurden kassiert.

Ende Juni 2010 reichte eine der grossen schweizerischen Versicherungsgesellschaften bei der Kantonspolizei Zürich Anzeige wegen Versicherungsbetruges ein. Grundlage dafür bildeten vier offensichtlich fingierte Verkehrsunfälle, bei denen hohe Schadensleistungen getätigt wurden. Erste Ermittlungen führten Ende September 2010 zur Verhaftung von vier Verdächtigen, darunter die zwei mutmasslichen Drahtzieher. Alle vier, eine Frau und drei Männer, stammen aus Italien und sind zwischen 26- und 50-jährig. Erste Ermittlungen zeigten schnell, dass die vier angezeigten Fälle nicht die einzigen inszenierten Schadenereignisse waren.

Befragungen und weitere Abklärungen führten in den folgenden Monaten zu den Verhaftungen von 19 weiteren Personen, die in verschiedenen Formen in die Betrügereien involviert waren. Bei den Mittätern handelt es sich vorwiegend um Männer aus Portugal, Tunesien, Libanon, Serbien, Italien, der Schweiz und der Türkei sowie einer Frau aus Thailand. Sie beteiligten sich entweder aktiv bei den vorgetäuschten Unfällen, lösten die Fahrzeuge auf ihren Namen ein oder fälschten Rechnungen sowie Kauf- und Verkaufsverträge. Die manipulierten Schriftstücke dienten dem Ziel, bei der jeweiligen Versicherung einen höheren Wert des beschädigten Fahrzeuges vorzutäuschen und so grössere Leistungen zu generieren. Der jüngere der beiden Haupttäter, ein 33-jähriger Italiener, kassierte rund 340’000 Franken und behielt davon etwa 285’000 Franken für sich. Seinen Kompagnon, einen 41-jährigen Landsmann, entlöhnte er mit 7’000 Franken; seine Strohmänner bekamen für ihr Mitwirken vergleichsweise kleine Beträge in der Höhe von 1’000 bis 2’000 Franken zugesprochen.

Die polizeilichen Ermittlungen deckten acht weitere Verkehrsunfälle auf, die offensichtlich ebenfalls geplant abgelaufen waren. Bei dem Dutzend geklärter Fälle lenkte elf Mal der 33-Jährige Hauptäter das unfallverursachende Fahrzeug. Nebst der anzeigeerstattenden Versicherung wurden drei weitere grosse Schweizer Versicherer durch die mutwillig herbeigeführten Ereignisse geschädigt. Weiter konnte die Überweisung von Entschädigungen für angebliche Schäden in der Höhe von rund 50’000 Franken durch das Verfahren vereitelt werden.

Unterstützend für die Umsetzung der Betrügereien dürfte die Tatsache sein, dass die beiden Drahtzieher in der Automobilbranche tätig sind und eigene Handels- bzw. Carrosseriebetriebe besitzen. Einer der Mitbeteiligten arbeitet bei einer der geschädigten Versicherungen.

Das aufwendige Ermittlungsverfahren bei dem, wie üblich, an sämtlichen Wohnorten der Beteiligten Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden, brachte weitere Vergehen ans Tageslicht. Dabei geht es um Pfändungsbetrug, Irreführung der Rechtspflege, verbotene Pornographie sowie Sozialhilfe- und IV-Betrug. Vorbereitungshandlungen für drei weitere geplante Unfälle konnten aufgrund von verschiedenem Material, welches sichergestellt werden konnte, ebenfalls belegt werden.

Die Unfälle ereigneten sich mehrheitlich im Kanton Zürich, einer im Kanton Tessin sowie je einer im Kanton Schwyz und Thurgau. Wohnhaft sind die Betrüger und ihre Mittäter in den Kantonen Zürich, Glarus, Solothurn, Schwyz, Thurgau, St. Gallen und in Italien.

Die beiden Drahtzieher verblieben bis Mitte November 2010 in Untersuchungshaft. Sämtliche anderen Beteiligten wurden nach den polizeilichen Befragungen und kurzer Haft wieder auf freien Fuss gesetzt.

Die auf betrügerische Art und Weise erwirtschafteten Deliktsbeträge will der 33-Jährige ausgegeben und verbraucht haben. Verwertbare Vermögenswerte liessen sich keine sicherstellen.

ZürichZürich / 26.02.2011 - 12:10:34