Ein Dorf sucht Spuren
Eschenz. Die Dorfgeschichte von Eschenz soll nachverfolgt werden. Hilfe bieten können Einwohner, die vielleicht noch alte Dokumente oder andere Materiaien über das Dorf haben.
Eschenz ist historisch betrachtet ein überaus interessanter Ort und war offenbar immer auch beliebt zum Wohnen und Arbeiten. Bereits vor 5000 Jahren siedelten Menschen auf der Insel Werd. Während der römischen Zeit war hier ein Umschlagplatz für den Handel. In der ehemaligen Befestigungsanlage Tasgetium auf Burg wurde im Frühmittelalter eine der ersten Kirchen im Bodenseeraum gebaut. Aber auch in den folgenden Jahrhunderten war das fruchtbare Land um See und Rhein Anziehungspunkt für die Menschen, so dass Eschenz seither ein durchgehendes Dorfleben aufweisen kann. Als anfangs des 19. Jahrhunderts der Thurgau ein eigenständiger Kanton wurde, löste das in Eschenz einen eigentlichen Bauboom aus, neue Häuser wurden gebaut oder bisherige erweitert. Sogar ein Markt wurde einmal pro Jahr abgehalten. 1850 hatte die Munizipalgemeinde über tausend Einwohner und war so gross wie Steckborn.
Interessante Zeugnisse
Es gibt viele Zeugnisse über die Vergangenheit des Dorfes, aus archäologischen Untersuchungen wie auch schriftliche Dokumente seit dem Mittelalter. Dank dem Lokalhistoriker Isidor Keller (1792–1872), der auch Schulpfleger war, weiss man sehr gut, wie Eschenz in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgesehen hat, denn er hat nicht nur die damalige Dorfgeschichte festgehalten, sondern auch einzelne Häuser farbig dargestellt und Dorfpläne gezeichnet. In persönlichen Tagebüchern hat er darüber hinaus besondere Ereignisse in Eschenz aufgeschrieben: Wie war das Wetter damals? Wie haben sich die Jungen aufgeführt? Welches Gewerbe war damals niedergelassen und wie erfolgreich war es?
Geschichte aufarbeiten
All dieses Material ist vorhanden, aber bis jetzt nicht ausgewertet und erschlossen worden. Schon Isidor Keller bemerkte 1852 in seiner Inventarisation aller Häuser: «Für jedes Mitglied einer Gemeinde ist es etwas Interessantes, das Entstehen und die erste Bewohnung seines Geburtsortes näher zu kennen». Das war für ihn der Anlass, alles so genau festzuhalten. Und sein Wunsch war, das jemand diese Aufzeichnungen fortsetzen würde: «…daraus entstünde eine getreue Beschreibung der Chronologischen Vergrösserung des Marktfleckens Eschenz…» Inzwischen ist Eschenz gewaltig weiter gewachsen – ist immer noch ein beliebter und schöner Wohnort, es gibt ein anregendes Dorfleben. Im Sinn von Isidor Keller wäre es an der Zeit, die Geschichte von Eschenz aufzuarbeiten, um so zu erfahren, wer hier über die Jahrtausende gelebt und die jetzt noch bestehenden alten Häuser bewohnt hat. Was sich seither verändert hat, aber auch was uns Heutige mit den Vorfahren verbindet.
Suche nach Dokumenten
So die Bitte an Einwohnerinnen und Einwohner von Eschenz wie auch an alle Auswärtigen, die mit dem Dorf verbunden blieben: Verfügen Sie über Dokumente, Fotografien, Postkarten, Briefe, Schulhefte, Handwerkerrechnungen, Haushalt- oder Tagebücher, die Einblick geben ins Eschenzer Dorfleben? Gibt es Vereins- und Betriebsgeschichten? Haben Sie Nachrichten von ausgewanderten Bürgern? Sind Bilder gemalt worden von Künstlern, gibt es Handarbeiten, Textilien, die Eschenzerinnen hergestellt haben? Haben Sie Familiengeschichte betrieben und Stammbäume erstellt? Von den Kellers und Metzgers sind bereits solche Zusammenstellungen zur Verfügung gestellt worden. Wer weiss etwas über den Verbleib all der Schriften, die Isidor Keller während seines langen Lebens gemacht hat? Für die Erforschung der Dorfgeschichte vor allem des 19. und 20. Jahrhunderts wären alle solche Dokumente nützlich. Falls Sie dazu beitragen wollen, Einblick in die Dorfgeschichte zu geben, wenden Sie sich bitte an Thomas Fleischmann, Gemeindekanzlei, Eschenz, Telefon 052 742 00 60, E-Mail: t.fleischmann@eschenz.ch. Alle Ihre Dokumente während sorgfältig behandelt und i einwandfreiem Zustand zurückgegeben.



























