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Ein Dorf sucht sein eigenes Glück

Wilen. Wer sich mit der Entwicklung eines Dorf-Leitbildes auseinandersetzt, verändert sich. In Wilen will man das ganze Dorf miteinbeziehen.

Ein Dorf will seine Werte definieren und dadurch seinem eigenen Glück auf die Spur kommen. Vor eineinhalb Jahren hat Wilen mit dem Prozess der Werteentwicklung begonnen. Nach der «Wilener Impulstagung», dem «Dorfcafé» und dem «Marktplatz der Ideen» engagieren sich viele Menschen in vier Projekten für das gemeinsame Miteinander. Nun steht man vor einer neuen Herausforderung. Ein Dorf-Leitbild soll erarbeitet werden, in das die wichtigsten Anliegen aller Bevölkerungsgruppen einfliessen und wieder zu erkennen sind. Für Gemeindeammann Kurt Enderli ist nicht das sichtbare Ergebnis das allerwichtigste, sondern die Veränderungen jedes Einzelnen, der sich auf den Prozess einlässt. «Wenn sich die Menschen besser kennen und schätzen lernen, haben wir schon sehr viel erreicht.»

Gemeinsamer Nenner
Im Kloster Fischingen rief Kurt Enderli kürzlich die Mitglieder der Schul-, Kirchen- und Gemeindebehörden, Lehrerinnen und Lehrer der Sekundar- und der Primarschule, Vorstandsmitglieder des Elternvereins und Vertreter aus Parteien zusammen und stellte ihnen das Projekt Dorf-Leitbild vor. Wenn sich ein ganzes Dorf mit den bedeutendsten Themen auseinandersetzt und einen gemeinsamen Nenner sucht, ist die Bevölkerung tolerant und offen, davon ist Kurt Enderli fest überzeugt. Er ist optimistisch, dass am Ende des Prozesses des Dorf-Leitbildes alle Beteiligten mit Begeisterung an der gemeinsamen Zukunft arbeiten, jede und jeder an seinem Platz im Leben. «Wenn alle in die gleiche Richtung ziehen, haben wir das Ziel erreicht.»

Interviews zwischen den Bürgern
Damit sich auch Jugendliche am Prozess der Dorfentwicklung beteiligen, entschied man sich, die Methode der Interviews zwischen Bürgerinnen und Bürgern anzuwenden. In erster Linie werden deshalb Schüler in der Technik des Interviewens ausgebildet und zu den Leuten im Dorf geschickt, die sich vorgängig für ein Gespräch bereiterklären. In Form des Schneeballsystems können auch Erwachsene als Interviewer eingesetzt werden. Die Methode des positiven Fragens nennt sich «Wertschätzende Erkundung». Die Fragen werden von der noch zu gründenden Steuergruppe ausgearbeitet, die aus allen Räten zusammengesetzt sein wird. In Workshops werden die Interviews ausgewertet und aus dem Material das Leitbild erarbeitet. Zudem will man die eindrücklichsten Geschichten aus Wilen sammeln und als Wilener Geschichtenbuch herausgeben.

ThurgauThurgau / 26.06.2008 - 10:14:00