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Ein Blindenführhund lernt Italienisch

Die Goldacher Stiftung Ostschweizerische Blindenführhundeschule OBS bildet pro Jahr ein halbes Dutzend Blindenführhunde aus. Kürzlich konnte sie vom Verein ‚UBS Mitarbeiter helfen’ eine Spende über 30'000 Franken zur Ausbildungsfinanzierung eines Junghunds entgegennehmen.

Goldach. Jorge Moreno, Geschäftsführer und Blindenführhundinstruktor der OBS, schöpft aus 15 Jahren Erfahrung: «Die Ausbildung eines Blindenführhunds braucht Zeit, Geduld, Liebe und Geld.» Erst einmal müsse jeder Hund, den er auswählt, die übliche Erziehung durchlaufen:

 

«Ein Kandidat kommt als zehn bis zwölf Wochen alter Welpe in eine Patenfamilie, wo er dann bleibt bis er frühestens als Einjähriger zu uns kommt und die Ausbildung zum Blindenführhund antritt.» Durch die Integration in die Familie fängt die Sozialisierung des Hundebabys mit dem Menschen an.

Entscheidend dabei sei, so Moreno, dass der angehende Blindenführhund viele positive Umwelterfahrungen sammeln kann, «damit aus ihm ein zuverlässiger und selbstbewusster Führhund wird.»

Spezifische Ausbildung
Erst dann beginnt die spezifische Ausbildung. Der Hund lernt 36 Hörsignale zu befolgen – in Italienisch -, sich am Führungs-Geschirr nicht von Gerüchen, Geräuschen, Artgenossen und anderen Tieren ablenken zu lassen, alle Arten von Hindernissen anzuzeigen und zu umgehen und die blinde Person zu wichtigen Zielen wie Zebrastreifen, Türen, Treppen, Aufzügen, Briefkästen oder Transportmitteln hinzuführen.

Nach dem Ausbildungslehrgang absolvieren die Hunde eine Leistungsprüfung, bei der sie ihr Können mit blinden Prüfungsexperten unter Grossstadtbedingungen unter Beweis stellen müssen. Doch damit ist die Ausbildung noch nicht beendet, denn der Hund muss noch bei seinem Empfänger eingeführt werden. Nochmals muss der Kandidat sechs Monate lernen – insgesamt dauert die Ausbildung rund zwei Jahre. Der Hund wird seinem neuen Besitzer übergeben, erst jetzt übernimmt die Invalidenversicherung die Kosten der Haltung.

60’000 Franken Ausbildungskosten
Jorge Moreno: «Wir übernehmen die gesamten Ausbildungskosten, die 60’000 Franken pro Kandidat betragen können. Wir übernehmen auch das ganze Risiko, das nicht gering ist, bedenkt man dass Erziehungs- oder Charakterfehler und Krankheiten oder Unfälle eklatante Auswirkungen bis zum Totalausfall haben können.»

Rund sechs bis acht Hunde sind bei der OBS ständig in Ausbildung. Ihren hohen Finanzbedarf deckt die Stiftung mit Spenden und Zuwendungen. Prominentes Mitglied des Stiftungsrats ist der Regierungspräsident des Kantons St. Gallen Willi Haag: «Dies ist eine wertvolle Arbeit von Spezialisten und ein unverzichtbar gewordener Dienst an unserer Gesellschaft.»

Lernschritte des Hundes
Die professionelle Leistung der OBS hat auch den Vorstand des Vereins ‚UBS Mitarbeiter helfen’ überzeugt. Bei UMH engagieren sich aktive und pensionierte Mitarbeitende der UBS mit freiwilligen Zuwendungen und Mitgliederbeiträgen (siehe Kasten).

Deren Vizepräsident Freddy Geiger konnte sich während fünf Minuten mit verbundenen Augen am Gestell des Führhunds ‚Jargo’ gleich selbst von dessen Fähigkeiten überzeugen: «Ich gewann sofort Vertrauen in den Hund, hatte aber Sorge, ihm auf die Füsse zu treten!» Freddy Geiger und Urs Kundert, Leiter UBS Ostschweiz, übergaben der OBS anfangs August im Beisein von Willi Haag den Check über 30’000 Franken zur Ausbildung eines Blindenführhunds. Urs Kundert: «Ich freue mich, die Lernschritte des Hundes verfolgen zu können und bin gespannt auf den baldigen Start des Projekts.»

infokasten Verdoppelter Spendenfranken Durch Spenden und Mitgliederbeiträge von Mitarbeitenden und Pensionierten finanziert der Verein ‚UBS Mitarbeiter helfen’ jährlich mehrere soziale Projekte in der Schweiz. Der Verein unterstützt Menschen mit einer Behinderung sowie sozial Benachteiligten, damit sie ein aktiveres und selbständigeres Leben führen können. Die UBS verdoppelt die einbezahlten Spenden. Grössere Projekte werden bis zum Abschluss vom ehrenamtlich arbeitenden Vorstand begleitet.

St.GallenSt.Gallen / 09.09.2010 - 15:34:41