Ein Alptraum wird wahr
AI/SG. Seit bald zwei Wochen wird die fünfeinhalbjährige Ylenia aus Appenzell vermisst. Der Fall weckt unsere schlimmsten Ängste und berührt die ganze Schweiz.
Ein kleines Mädchen ist auf dem Weg zum Hallenbad. Es will das Shampoo holen, welches es am Vortag dort vergessen hat. Die Mutter wartet unterdessen zuhause. Das Mädchen wird nicht wieder zurückkehren.
Was vergangene Woche im Appenzellerland geschah, lässt Eltern nachdenklich werden. Wo kann ich mein Kind ohne Aufsicht hinschicken? Wo liegen die Gefahren? Wie viel Freiraum darf ich ihm geben? Diese Fragen lassen sich nicht beantworten. Anscheinend hat sich der mutmassliche Täter Urs Hans Von Aesch sein Opfer schon Tage zuvor ausgesucht. Das lässt die Vermutung zu, dass die kleine Ylenia keine Chance hatte. Auch wenn sich an jenem Tag das vergessene Shampoo nicht geholt hätte, wäre ihr der Täter wahrscheinlich doch aufgelauert.
Lebt Ylenia noch?
Es geschah etwas, was man nicht einmal seinem schlimmsten Feinde wünscht. Einer Mutter wird ihr Kind entrissen. Und jedermann, jede Frau kann sich vorstellen, dass irgendwann die Qual der Ungewissheit so gross wird, dass man am liebsten aufgeben möchte. Was ist mit dem Kind passiert? Was hat es erlebt? Welches sind seine Gedanken? Und vor allem: Lebt es noch?
Jede, jeder kennt ein junges Kind: Sei es als Mutter, Vater, Gotti, Götti, Bruder oder Schwester. Doch kaum jemand dürfte den Schmerz kennen, den nun die Mutter spürt. Nichts, absolut gar nichts lässt sich damit vergleichen.
Stille Teilnahme
Ebenso verhält es sich mit den Männern und Frauen, die im Wald auf der Suche nach Spuren von Ylenia sind. Ein Leser schrieb uns, dass Polizisten trainiert für solche Fälle seien, dass es nicht sein könne, dass bei einer solchen Aktion einer der Männer klein beigeben könne. Wir sehen das anders und schrieben ihm, dass Polizisten ebenfalls Menschen seien und eine Vielzahl von ihnen ebenfalls Kinder hätten.
Der Fall «Ylenia» betrifft nicht die ganze Schweiz. Er berührt die ganze Schweiz, dies sicherlich. Aber nicht die ganze Schweiz muss sich mit Meinungen zu Wort melden. Stille Teilnahme hilft manchmal mehr, als der öffentliche Meinungsaustausch.
Informationen zum Fall
Heute, am Montag dem 13. August, wird die Schulbehörde interessierte Personen zum Fall informieren. Auskunft geben werden Marina Lazzarini, Leiterin des Schulamtes, und Ottilia Dörig, Schulpräsidentin von Appenzell.
Die Information beginnt um 9.30 Uhr und findet im Gymnasium St.Antonius, im Sitzungszimmer, statt.



























