Durchmesserlinie – Projektierung schreitet voran
Die Teilprojekte der Durchmesserlinie werden konkret. Als nächstes werden diese einzelnen Projekte zu einem Gesamtprojekt zusammengefügt und beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht.
Das Projekt Durchmesserlinie Appenzell – St. Gallen – Trogen, welches die Appenzeller Bahnen im Auftrag einer Behördendelegation bestehend aus Regierungs- und Behördenmitglieder der Stadt und des Kantons St. Gallen sowie den beiden Kantonen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden bearbeiten, ist weiterhin auf Kurs. Zurzeit werden die Teilprojekte der Durchmesserlinie zu einem Gesamtprojekt zusammengefügt. Ab Dezember 2015 soll die Linie Appenzell – St. Gallen – Trogen durchgängig mit modernen Niederflurfahrzeugen betrieben und der Streckenabschnitt Trogen – St.Gallen – Teufen (allenfalls bis Gais) im verdichteten Viertelstundentakt bedient werden. Dazu wird im Frühjahr 2009 das Genehmigungsrojekt beim BAV in Bern eingereicht.
Diverse Teilprojekte
Damit die viertelstündlichen Züge der Appenzeller Bahnen ohne Zeitverzögerung kreuzen können, müssen einzelne Ausweichstellen ergänzt respektive teilweise neu gebaut werden. Die Kreuzungsstellen bei der Lustmühle zwischen St. Gallen und Teufen sowie beim schwarzen Bären zwischen St. Gallen und Speicher sollen um 400 m verlängert werden. Beim Güterbahnhof St. Gallen und beim Hirschberg vor Appenzell werden Haltestellen mit Kreuzungsmöglichkeit projektiert, verteilt auf die gesamte Strecke sind Anpassungen an den Fahrleitungs- und Sicherungsanlagen erforderlich. Der AB-Bahnhof in St. Gallen soll unter Berücksichtigung der Neugestaltung des Bahnhofplatzes vom Sackbahnhof zum Durchgangsbahnhof mit zwei 100 Meter langen Aussenperrons umgebaut werden. Dazu wird die Perronanlage der heutigen Linie St. Gallen – Trogen umgebaut und die Geleise mit der Linie St. Gallen – Appenzell verbunden. Ein Teil der Fläche vom heutigen Sackbahnhof der Linie St. Gallen – Appenzell wird frei.
Tunnel unter der Ruckhalde
Die Teilstrecke St. Gallen Bahnhof – Riethüsli ist das aufwändigste und grösste Teilprojekt. Damit auf die Zahnradstrecke verzichtet und ein Betrieb im Viertelstundentakt ermöglicht werden kann, wurden unter der Ruckhalde diverse Tunnelvarianten geprüft. Aufgrund der geringsten geologischen Risiken und der kürzesten Bauzeit wird jetzt die Tunnelvariante West weiterprojektiert. Die Linienführung mit einer Steigung von rund 8 Prozent führt vom AB Bahnhof St. Gallen her auf dem bestehenden Trasse unter der bestehenden Vonwil Brücke durch und über eine erneuerte Brücke über die Oberstrasse. Nach einer zirka 100 Meter langen offenen Strecke durchquert ein rund 600 Meter langer Tunnel bergmännisch die vorsondierten Glazialablagerungen und Molassefelsformationen. Südlich der Lichtsignalkreuzung Riethüsli „taucht“ die Durchmesserlinie wieder auf, um auf dem bestehenden Trassee in die leicht verschobene Haltestelle Riethüsli einzufahren. Der damit verbundene Wegfall von fünf Bahnübergängen bewirkt einen erheblichen Sicherheitsgewinn für Fussgänger und Strassenverkehr.
Beteiligung des Bundes
Bis die Züge im Dezember 2015 auch tatsächlich auf dem beschriebenen Trassee verkehren können, sind noch viele Aufgaben zu bewältigen. Die Eingabe des Genehmigungsprojektes beim Bund im Frühjahr 2009 steht als nächstes auf dem Programm. Denn aufgrund des positiven Kosten-Nutzen-Verhältnisses besteht gute Aussicht, dass der Bund sich mit einen Beitrag aus dem Infrastrukturfonds zwischen 30 bis 50 Prozent an den Investitionskosten beteiligt. Dieser Bundesbeitrag bildet wiederum die Grundlage für die ausstehenden Kreditvorlagen in den drei beteiligten Kantonen.
Durchmesserlinie Appenzell – St. Gallen – Trogen
Mit dem Projekt Durchmesserlinie werden die beiden getrennten Linien St. Gallen – Trogen und St. Gallen – Appenzell verbunden. Für den Fahrgast entstehen damit attraktive durch-gängige Verbindungen, um ohne Umsteigen zum Beispiel von Teufen nach St. Gallen Markt-platz zu gelangen. Zudem wird die Infrastruktur dahingehend angepasst, dass bis Teufen oder allenfalls Gais im Viertelstundentakt gefahren werden kann. Mit dieser Verdichtung des Fahrplanes steigt die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs und die Strassen können zusätzlich entlastet werden. Durch den Wegfall der Zahnradstrecke an der Ruckhalde in St. Gallen kann leiseres, kostengünstigeres und niederfluriges Rollmaterial eingesetzt werden.
Die Durchmesserlinie ist ein gemeinsames Projekt unter der Aufsicht einer vom St. Galler Regierungsrat Josef Keller geleiteten Behördendelegation aus Stadt und Kanton St. Gallen, der beiden Appenzell sowie den Appenzeller Bahnen. Vorsitzender der Projektleitung ist AB-Direktor Hansjürg Düsel.
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Hier können Sie sich den Flyer der Appenzeller Bahnen Ansehen.



























