Du bist, was du denkst
Walzenhausen. Am vergangenen Samstag referierte Diakon Marcel Bregenzer am fünften Frauenfrühstück zum Thema «Die Macht der Gedanken».
Das Frauenfrühstück in Walzenhausen wird zur Tradition. Am vergangen Samstag konnte das überkonfessionelle Organisationskomitee mit Doris Gammenthaler und Doris Mayer an der Spitze über 120 Besucherinnen verzeichnen. Was vor fünf Jahren in der einen Turnhallenhälfte der MZA begonnen hatte, weitete sich von Jahr zu Jahr aus, sodass in diesem Jahr gar beide Turnhallen benützt werden durften. Erstmals gab es kein Zeugnis, dafür aber einen männlichen Referenten. Marcel Bregenzer, Diakon und Erwachsenenbildner, sprach zum Thema «Die Macht der Gedanken». Er stellte eingangs die Behauptung auf, dass wenn es gelingen würde, das Denken zu ändern, dann würde automatisch anders gehandelt. In der Folge zeigte er, zum Teil an Hand von persönlich Erlebtem, auf, dass die Gedanken wohl frei sind, jedoch das Denken durch die Handlung sichtbar und spürbar wird.
Wahrheit und Irrtum
Das Hirn speichere Informationen, in denen Wahrheiten und Lügen enthalten seien. Irrtümer brächten dabei emotionales Leid, Wahrheit emotionales Heil und Gesundheit. Irrtümer begründeten in der Wahrnehmung, die geprägt sei vom familiären und sozialen Umfeld, aber auch von den eigenen Lebenszielen. Deshalb sei das Denken eines jeden einzelnen Menschen mit all seinen Prägungen einmalig und einzigartig. Es gelte nun, sich der persönlichen Realität bewusst zu sein oder zu werden, um seine eigenen Schattenseiten, die durchaus auch Begabungen sein können, zu erkennen und daran zu arbeiten. Betreffend Begabungen stellte Bregenzer fest, dass sein Durchhaltevermögen für Projekte eine Begabung darstelle, an anderer Stelle müsse er jedoch lernen, eine Schritt zurück gehen zu können. Damit stehe fest, dass jeder Mensch sein ganz eigenes und persönliches und nicht übertragbares Übungsfeld betreffend Denken und Handeln habe. Dabei wies er auf Bibelstellen wie Sprichwörter 4, 23 oder Matthäus , 15, 18-20.
Unser Leben wird zuerst gedacht
Nach dem Aufzeigen der Verführbarkeit durch Werbung, die oft mit der Angst und dem Unvermögen arbeite, gab er Hinweise wie Meinungsbildung und Interpretation miteinander eng verknüpft seien. Wiederum folgten Beispiele aus dem Leben. Grüsst eine Nachbarin nicht, werde ihr dies, sei sie eine Freundin der Familie, verziehen mit den Gedanken, sie habe einem nicht gesehen oder sie hätte wohl einen schlechten Tag. Sei die Nachbarin jedoch eine unbeliebte Person, bestätige dies unser Denken mit dem Kommentar «typisch». Damit unterstrich Bregenzer, dass Tatsachen subjektiv gefärbt seien, da sie immer mit einer persönlichen Deutung verbunden werden. Denken bei Handlungen des Partners oder auch des Umfeldes wie «das ist doch selbstverständlich» führten dabei zu ständigen Überforderungen des Gegenübers, die oder der in seiner Denkweise und mit seinen Mustern dieses Selbstverständlich nicht als solches erkenne.
Gegenüber weniger überfordern
Deshalb gelte es zu üben, sein Gegenüber, sei dies in der Familie, im Beruf oder in der Freizeit, nicht ständig zu überfordern und damit nicht Schuldige sondern Lösungen zu suchen. Der erste Schritt sei die Annahme von sich selbst mit all seinen Fehlern. Nur so könnten auch andere Menschen mit ihren Fehlern wertgeschätzt werden (Johannes 3,16). Der Blick müsse nun bei anderen auf das Kostbare gelenkt werden, so wie dies uns Gott vorzeige, indem er uns alle liebe wie wir seien und ganz ohne dass wir eine Leistung erbringen würden. Er forderte die Frauen auf, Suchende des Guten zu werden, sich zu ändern, nicht andere ändern zu wollen und mit dem eigenen Ändern seine Umwelt automatisch auch mitzuändern.



























