Drittes Appenzeller Singwochenende zu Ende

Walzenhausen/AR. Das Appenzeller Singwochenende wurde von 48 Sängerinnen und Sängern aus den beiden Appenzell sowie den Kantonen St. Gallen und Thurgau besucht. Den Schlusspunkt setzte ein Konzert zusammen mit dem Gruber Bläserensemble.

Das Appenzeller Singwochenende entwickelt sich zu einem wahren Renner für Sangesfreudige. In diesem Jahr kamen sie aus der gesamten Ostschweiz, um gemeinsam während zwei Tagen im „Sonneblick“ in Walzenhausen unter der Leitung von Michael Weber zehn Lieder einzustudieren, die sie am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche in Walzenhausen vortrugen. Zu Gast war das Gruber Bläserensemble.

Die Kommentare zum Schluss des Konzertes bringen es auf den Punkt, denn eine Walzenhauserin bedankte sich spontan bei Michael Weber mit den Worten: «Das ist doch ein Glück, dass wir sie haben. Ich hoffe, sie bleiben noch lange, lange hier in Walzenhausen.» Einer der Sänger zeigte mit beiden Daumen nach oben und meinte lachend zum Dirigenten: «Das musst nicht immer du bei uns machen, jetzt mache ich es einmal für dich!». Ein anderer Sänger lobte den Walzenhauser mit den Worten: «Michael ist ein Phänomen. Er hatte Geduld mit uns und reagiert immer richtig».

 Ein Wagnis, das jedes Mal gut geht

«Es ist jedes Mal ein Wagnis, das Appenzeller Singwochenende und das Schlusskonzert, das aber immer gut geht», unterstrich ein sichtlich zufriedener Michael Weber nach dem Konzert. Als schwierigstes Lied bezeichnete er den Negro Spiritual «Good news», nicht nur wegen der englischen Sprache, sondern insbesondere wegen der anspruchsvollen Rhythmik.

Michael Weber, Sprach- und Musiklehrer in Walzenhausen, liebt den Chorgesang, insbesondere a capella-Lieder des 15. bis 20. Jahrhunderts. Um dieses Liedgut zu pflegen, erfand er auf Initiative des Walzenhausers Ernst Suhner vor zwei Jahren das Appenzeller Singwochenende. Dort werden an zwei Tagen weltliche und geistliche Chormusik eingeübt und mit dem Schlusskonzert beendet. Den Auftakt dazu machten die Gäste, das Gruber Bläserensemble mit «Antiche Danze Ungheresi» von F. Farkas. Koordinatorin Barbara Vögele freute sich, vor und während den Stimmen Instrumente zum Klingen zu bringen. Sie spielten die ungarischen Tänze aus dem 17. Jahrhundert, vertont von Farkas im Jahre 1976.

Mutig und fröhlich

Mit Heinrich Schütz, dem bedeutendsten deutschen Komponisten des Frühbarocks, eröffnete der Chor. Sie sangen zuerst «Aller Augen warten auf dich» und danach «Den Herren lobt mit Freuden». Auch ein Lied des Superstars der späten Renaissance H.L. Hassler, Komponist, Uhrmacher und Musikautomatenbauer, fehlte nicht. Wie auf die Stimmlagen der Sängerinnen und Sänger komponiert schienen «Mon plaint soit entendu» und «Alta Trinita beata».

Den ersten Teil beendete der Chor mit «Neigen sich die Stunden». Die Worte dieses Liedes schienen gar einen direkten Bezug zum Appenzeller Singwochenende zu knüpfen, heisst es doch «Lebt wohl bis wir uns wieder sehen». Das stimmte beinahe schon die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das kommende vierte Singwochenende ein. Nach dem Gruber Bläserensemble, das Allegretto, Andante, Menuett und Trio-Allegro aus dem «Bläserquintett in g-Moll, Op. 65, Nr. 2» von F. Danzi in virtuoser Art und Weise intonierte, folgte der bereits erwähnte Negro spiritual «Good news» und zum Schluss das Landsgemeindelied.

Von beglückend bis überwältigend

Ernst Suhner dankte namens der Teilnehmenden Michael Weber für die Leitung des Singwochenendes. Er sei erfreut über den grossen Besuch des Konzertes. In den Proben sei er von der Freude und der Gemeinsamkeit überwältigt worden.

Beglückt hätten ihn die professionellen und perfekten Vorträge des Gruber Bläserensembles. Ihnen dankte Ernst Suhner ebenfalls, ebenso wie der evangelischen Kirchgemeinde für das Gastrecht. Sein Dank galt zum Schluss den Sängerinnen und Sängern, die das Wochenende zum Erfolg geführt hätten.

Appenzell Ausserrhoden / 25.10.2009 - 22:28:14
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