Drei Vorderländer Humanisten gewürdigt
AR. Dieser Tage ist das neue Lehrmittel «Leben im Appenzellerland» erschienen.
Das 224 Seiten starke Buch im Format A4 vermittelt informative Einblicke in sämtliche Lebensbereiche und ist auch für Erwachsene ein wertvolles Nachschlagewerk. Im Abschnitt «Gesetz der Menschlichkeit» wird unter anderem an die Verdienste der drei Vorderländer Humanisten Henry Dunant, Heiden, Gertrud Kurz-Hohl, Lutzenberg, und Carl Lutz, Walzenhausen, erinnert.
Selbstverständlich werden im Buch auch die Appenzellerkriege thematisiert, illustriert mit dem Freiheitskämpfer Ueli Rotach zeigenden Relief am Rathaus Appenzell. Erstmals erhalten nun aber auch die erwähnten Humanisten gebührenden Raum in einem Schulbuch. Rotkreuzgründer Henry Dunant (1828 – 1910) traf 1887 verarmt in Heiden ein. Hier wurde er neu entdeckt und 1901 mit dem ersten Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 1910 verstarb er in Heiden, wo heute ein Denkmal und ein Museum an ihn erinnern.
Eine mutige Lutzenbergerin
1890 als Tochter von Clara und Reinhard Hohl-Custer in Lutzenberg geboren, verlegte Gertrud Kurz-Hohl nach ihrer Heirat den Wohnsitz nach Bern. 1932 stellte sie sich als Generalsekretärin in den Dienst der Friedensbewegung der Kreuzritter. 1938 gründete sie ein Flüchtlingswerk und setzte sich immer wieder unerschrocken und auf höchster Ebene für von den Nazis Verfolgte ein. Mit dem Ehrentitel «Flüchtlingsmutter» ausgezeichnet, leistete sie nach dem Krieg wertvollste Friedensarbeit. 1965 mit dem Albert-Schweitzer-Preis ausgezeichnet, verstarb die mutige Lutzenbergerin 1972.
Judenretter Carl Lutz
Carl Lutz (1895 – 1975) wanderte nach einer kaufmännischen Lehre 1913 nach Amerika aus. Bei der Schweizerischen Gesandtschaft in Washington begann er 1920 seine diplomatische Laufbahn. Ab 1942 wirkte er in Budapest als Vizekonsul, und im Kriegswinter 1944/45 bewahrte er mit seiner Schutzbriefaktion rund 60000 ungarische Juden vor dem Abtransport ins Todeslager von Auschwitz. Später war er als Generalkonsul in Bregenz tätig. 1963 wurde er mit der Walzenhauser Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet. Lutz verstarb 1975 in Bern.
«Leben im Appenzellerland»
kann bei der Lehrmittel-Verwaltung AR, Herisau, Telefonnummer: 071 353 67 31, bezogen werden, Kosten: 89 Franken.



























