Drei Bücher mit 66 Thurgauer Ortsbild-Inventaren
TG. Das «Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS)» hat drei neue Bände.
In ihnen sind 23 Dörfer, 15 Weiler, 6 kleinstädtische Orte, 2 verstädterte Dörfer, 1 Stadt und 19 Spezialfälle von Thurgauer Ortsbildern mit nationaler Bedeutung verzeichnet.
Vorgestellt wurden die ISOS-Bände 35 bis 37 am Freitag in Romanshorn am Bodensee, das selbst als „verstädtertes Dorf“ Aufnahme in einen der Bände fand. Nach einer Erstaufnahme in den 1980-er Jahren wurde die Auflistung in den letzten Jahren überarbeitet.
Mehr rückgestuft als neu aufgenommen
Neu fanden Iselisberg, Wilen bei Neunforn, Balgen bei Egnach und Liebenfels bei Herdern Aufnahme im ISOS. Aus dem Verzeichnis fiel beispielsweise Hessenreuti, das Baudirektor Jakob Stark als „Opfer des Verkehrs“ bezeichnete. Aber auch Kreuzlingen, Anwil, und Oberwangen sind nicht mehr verzeichnet. Insgesamt habe es mehr Rückstufungen als Neuzugänge gegeben, sagte Stark. Das zeige, dass diejenigen nicht recht hätten, die behaupteten, es werde immer mehr unter Schutz gestellt.
Prinzipiell ist ISOS als Dokumentation, als Aufnahme und Bewertung des Siedlungsbestandes in der Schweiz gedacht. Es erfasst sämtliche historischen Dauersiedlungen mit mehr als zehn Hauptbauten in der Schweiz. Unterschieden wird zwischen Ortsbildern von lokaler, regionaler und nationaler Bedeutung.
Schlösser und Kulturlandschaft
Im Thurgau fanden die Fachleute insgesamt 66 Ortsbilder mit nationaler, 126 mit regionaler und 101 mit lokaler Bedeutung. National bedeutend sind laut ISOS beispielsweise die Ortsbilder von Arbon, Frauenfeld und Steckborn.
Als „Spezialfälle“ finden sich in dem Verzeichnis unter anderen die „Schlosslandschaft Untersee“, die Kartause Ittingen, die Kulturlandschaft „Balgen“ bei Egnach und das Eschenzer Becken. Stark betonte, ISOS sei eine wichtige Planungsgrundlage im Thurgau. Die in den 80-er Jahren aufgelisteten Ortsbilder nationaler und regionaler Bedeutung seien im kantonalen Richtplan als wertvolle Ortsbildschutzgebiete aufgenommen worden. Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamtes für Kultur, wies darauf hin, dass der Thurgau das ISOS im Internet auf seiner Geoinformations-Plattform ThurGIS aufschalten wird. Damit werde es mit anderen planerischen Erhebungen und Denkmalpflege-Inventaren leichter koordinierbar.



























