Drehrestaurant ist auf Kurs
Brülisau. Die Frequenzen auf dem hohen Kasten sind 2006 etwas gesunken. Ansonsten aber gibt es vor allem Gutes aus der Höhe zu berichten.
Am Samstag, 16. Juni 2007 durfte Emil Koller, Präsident des Verwaltungsrates der Luftseilbahn Brülisau-Hoher Kasten AG, die zahlreich erschienenen Aktionäre zur Generalversammlung in der Doppelturnhalle der Aula Gringel Appenzell begrüssen. Rund 870 Aktionäre liessen es sich nicht nehmen, sich aus erster Hand über das Geschäftsjahr 2006 und die laufenden Bauarbeiten für das neue Drehrestaurant zu informieren. Die Generalversammlung der Kastenbahn ist somit zu einer der grössten des Kantons Appenzell Innerrhoden avanciert, zählt sie doch seit der erfolgreichen Kapitalerhöhung im vergangenem Jahr mehr als 4’100 Aktionäre.
Rückgang der Frequenzen
Da keine Wahlen anstanden, konnte Emil Koller zügig durch die Traktandenliste führen. Eingehend wurden vor allem das Geschäftsergebnis und die Kapitalerhöhung behandelt, sowie umfangreiche Informationen zu den laufenden Bauarbeiten für das neue Drehrestaurant vermittelt. Mit einem Rückgang der Frequenzen von 8,8% zeigte sich der Verwaltungsrat nicht zufrieden. Der Hauptgrund dürfte in den Tatsache liegen, dass die Gästefrequenzen aufgrund des regnerischen Wetters im Hauptmonat August buchstäblich ins Wasser fielen.
Verlust eingefahren
Zudem wurde im Jahr 2006 der Fokus vollends auf die Kapitalbeschaffung gelegt. Verwaltungsratsmitglied und seines Zeichens Finanzchef Jakob Signer, erläuterte die Gesamtrechnung eingehend: der Umsatz sank um 80 000 Franken auf 996 000 Franken. Nach Abschreibungen von 240 000 Franken resultierte ein Verlust von 199’000 Franken. Der Cash Flow 2006 betrug 41’637 Franken, wobei Jakob Signer darauf hinwies, dass die Kapitalerhöhungkosten von 134’588 Franken vollends aus dem laufenden Betrieb finanziert wurden. Alternativ hätten die Kapitalerhöhungkosten auch aktiviert und so über fünf Jahre abgeschrieben werden können. Dann hätte der Cash Flow effektiv 176’000 Franken betragen. Generell zeige dieses magere Betriebsergebnis einmal mehr die Notwendigkeit, den Umsatz nachhaltig zu steigern und die Abhängigkeit von der Wettersituation zu reduzieren. Dazu biete das neue Drehrestaurant ab Frühjahr 2008 die besten Voraussetzungen.
Erfolgreiche Kapitalerhöhung
Die GV 2006 hatte vor einem Jahr beschlossen, das Aktienkapital der Gesellschaft um maximal 6 Mio. Franken auf neu 7,6 Mio. Franken zu erhöhen. Dem Verwaltungsrat war es gelungen, ein Klima des Vertrauens zu schaffen. Jedenfalls wurde das Minimalziel von 5 Mio. Franken bereits Anfangs August erreicht. Erfreulich ist, dass die Luftseilbahn Brülisau-Hoher Kasten AG total 4’108 Aktionäre zählt, von welchem der grösste Aktionär gerade mal 1,8% der Aktien hält.
Emil Koller dazu: «Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Kastenbahn eine grosse Solidarität erfahren durfte und somit eine breit abgestützte Gesellschaft ist». Speziell zu erwähnen ist, dass 37% aus Innerrhoden, 13% aus dem Rheintal, 32% aus Ausserrhoden und dem übrigen St.Gallen, 16% aus der übrigen Schweiz und 2% aus dem Ausland stammen. Mit einem Augenzwinkern meint er denn auch zu dieser Statistik: «Somit kann man nicht mehr sagen, dass die Kastenbahn nur den Innerrhodern gehöre. Zudem das neue Drehrestaurant wie auch das bestehende Restaurant-Provisorium auf dem Gipfel vollumfänglich auf St.Galler Boden stehen.»
Neubau Drehrestaurant
Emil Koller wartete daraufhin noch mit eindrücklichen Zahlen und Fakten auf. Bezugnehmend auf den Abbruch des alten Berggasthauses – woran auf dem Berggipfel schon nichts mehr erinnert – wurden 2’200 Kleinmulden mit Abbruchmaterial per Bahn zu Tal geführt. Dies entspricht 1’129 Bahnfahrten. Gesamthaft wurden 47t Alteisen, 96t Holz, 17t für die Verbrennung und 650m3 Mischabbruch gezählt. Diverse Eckdaten wurden genannt, wie zum Beispiel, dass für den Neubau des Drehrestaurants 2?500t Beton benötigt werden. Nicht zu vergessen, dass für den Bau und den Betrieb jeder Liter Wasser per Bahn raufgeführt werden müsse. Dies alles komme einer logistischen Meisterleistung gleich.
Attraktionen alle offen
Emil Koller schloss die Generalversammlung mit einem grossem Dank an alle Neuaktionäre und Mitarbeiter sowie dem Aufruf, sich doch bestenfalls gleich selber ein Bild vor Ort zu machen und an einer Baustellenführung teilzunehmen. Zudem sei wichtig zu wissen «dass trotz Bauarbeiten für das neue Drehrestaurant auch diese Saison alles offen sei: die Luftseilbahn, das heimelige Berggasthaus-Provisorium der Alpengarten und alle Wanderwege».
Baustellenbesichtigung auf dem Hohen Kasten
Erleben Sie vor Ort die Entstehung des neuen Drehrestaurants auf dem Hohen Kasten:
– Jeden Samstag-Vormittag, Treffpunkt 9.30 Uhr bei der Talstation
– Kosten Fr. 8.00 p.P. exkl. Bahnfahrt / Dauer ca. 1 Std.
– Für Gruppen/Vereine nach Absprache
Informationen: www.hoherkasten.ch, Tel. 071 799 13 22



























