Drehrestaurant: Es geht los
Brülisau. Am kommenden Donnerstag wird das erste Drehrestaurant der Ostschweiz auf dem Hohen Kasten im Alpstein eröffnet.
Am Montag wurde das 9,6 Millionen teure Gebäude den Medien präsentiert – nach nur einem Jahr Bauzeit.
Das rauchfreie Drehrestaurant auf dem 1795 Meter hohen Aussichtsberg bietet 84 Personen Platz. Im modernen Drehrestaurant erleben die Besucher eine 360-Grad-Aussicht.
Vor den grossen Panoramafenstern zieht während der Umdrehzeit von einer Stunde ein gewaltiges Naturschauspiel vorbei: Der Blick erstreckt sich über den Alpstein, das Appenzellerland, das Rheintal und bis weit über den Bodensee.
Beeindruckende Alpen-, Täler- und Seenwelt
Hinter dem Schaufenster dieser beeindruckenden Alpen-, Täler- und Seenwelt werden den Gästen in gediegener Atmosphäre einheimische Spezialitäten serviert. Jeden Sonntag gibt es ein grosszügiges Frühstücksbuffet.
Bei näherem Betrachten finden sich originelle Details: Hinweisschilder im Drehrestaurant weisen den Blick in die richtige Richtung, ob zur Zugspitze oder zum Sämtisersee. Farbige Lampen an der Decke sollen den Eindruck einer Blumenwiese erwecken.
Das Erscheinungsbild des alpinen Baukörpers harmoniert mit der Natur: Helle, heimelige Holzschindeln, einladende Fensterfronten und die dezenten Sockelmauern ergänzen sich gekonnt.
Im Panoramarestaurant mit Selbstbedienung im Erdgeschoss haben 150 Personen Platz. Weitere 120 Besucher können bei schönem Wetter auf der grossen Sonnenterrasse den Blick über den Alpstein geniessen.
Von der Eröffnung des Drehrestaurants erhoffe sich die Luftseil Brülisau-Hoher Kasten AG eine Verdoppelung des Umsatzes in der Gastronomie und 30 bis 50 Prozent mehr Fahrgäste, sagte Verwaltungsrats-Präsident Emil Koller bei der Besichtigung.
Die neue Attraktion auf dem Hohen Kasten hat 9,6 Millionen Franken gekostet; das sind 300 000 Franken mehr als geplant. Die Bauzeit betrug knapp ein Jahr.
3800 Bahnfahrten
Auf 1795 Metern über Meer zu bauen, sei sehr kompliziert, sagte Koller. 3800 Bahnfahrten auf den Hohen Kasten wurden während der Bauzeit von Mai bis Dezember 2007 getätigt. 15 Windtage, 5 Stürme, 24 Regentage und Schnee an 15 Tagen erschwerten die Arbeiten.
Die Luftseil Brülisau-Hoher Kasten AG hatte keine andere Wahl, als die Flucht nach vorne. Nach Frequenzeinbrüchen stand das Unternehmen 2002 kurz vor dem Konkurs. Der gesamte Verwaltungsrat wurde ausgewechselt und «es war erlaubt, das Unmögliche zu denken», sagte Koller: Der Bau eines Drehrestaurants.
2003 beschloss die Luftseilbahn Brülisau-Hoher Kasten AG das über 40-jährige, baufällige Berggasthaus auf dem Hohen Kasten nicht zu sanieren, sondern durch einen innovativen Neubau zu ersetzen.
Eine erstes Projekt eines Zürcher Architekten für ein Drehrestaurant war wegen zu hoher Kosten im Frühling 2005 gestoppt worden. Das Drehrestaurant hätte rund 19 Millionen Franken gekostet. Das neue Drehrestaurant auf dem Hohen Kasten ist neben dem Metro-Alpin in Saas Fee, dem Kuklos in Leysin, dem Piz-Gloria auf dem Schilthorn und dem Drehrestaurant auf dem Stanserhorn erst das fünfte in der Schweiz.



























