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Dorfgestaltung kostet fast sechs Millionen

Appenzell. Innerrhoden lässt sich sein schönes Dorf Appenzell etwas kosten.

Da die ursprünglich vorgesehenen 5,1 Millionen nicht ausreichen, beantragt, die Standeskommission dem Grossen Rat einen Nachtragskredit von 815 000 Franken.

Die Verschönerung des Dorfs Appenzell ist eine Folge des inzwischen weitgehend verkehrsfreien Dorfkerns. 1997 wurde das Zentrum nach einem fünf Jahre dauernden Gerangel und einen Entscheid des Bundesrats definitiv vom Durchgangsverkehr befreit.

Die Landsgemeinde 2002 bewilligte einen Kredit von 3,4 Millionen Franken als Kantonsanteil. 1,7 Millionen Franken, ein Drittel, übernahm der Bezirk. Ursprünglich wollte die Standeskommission diese Arbeiten als «gebundene Ausgaben» häppchenweise bewilligen.

Aber ein Bürger verlangte an der Landsgemeinde ein umfassendes Verkehrskonzept und die Mitbestimmung des Volks.

Image-Trägerin
Obwohl viele Appenzeller fanden, ihr Dorf sei «schön genug», setzten sich jene durch, die eine optimale Verkehrslenkung in dem verkehrstechnisch komplizierten Dorf und die Gestaltung der verkehrsfreien Zone verlangten.

Denn: «Schön genug ist man nie,» sagte Landammann Carlo Schmid. Appenzell sei Trägerin des Images des Kantons. Das Dorf müsse mit der Philosophie «Appenzell Innerrhoden – lebenswert und schön» im Einklang sein.

Dabei ging es darum, den widersprüchlichsten Wünschen gerecht zu werden. Dem Wunsch nach mehr Fussgängerzone stand die Forderung nach freier Durchfahrt für alle gegenüber. Das touristische Zentrum des Kantons ist inzwischen zu einer Flaniermeile geworden.

Der Landsgemeindeplatz wurde zwar verkehrsberuhigt, er bleibt aber ein Parkplatz, allerdings wird er umgestaltet.

Die Kosten waren 2002 nur geschätzt worden. Jetzt, nachdem rund 40 Prozent der Verschönerung erfolgt sind, zeigt sich, dass sie rund 16 Prozent höher liegen: Beim Schmäuslemarkt, unmittelbar vor dem Rathaus, waren für den «Pflaster-Teppich» gestalterische Zusatzleistungen von rund 200 000 Franken nötig.

Schönheitsfehler bleibt
Bei der Gestaltung der Arkaden unter der Pfarrkirche war der Kostenanteil des Kantons von 125 000 Franken nicht berücksichtigt worden. Damit 2008 weiter an der Verschönerung Appenzells gebaut werden kann, ist ein Nachtragskredit von 815 000 Franken nötig und vertretbar, so die Regierung. Der Grosse Rat entscheidet im Februar.

Damit wird die Dorfgestaltung rund sechs Millionen Franken kosten. Der grösste Schönheitsfehler wird allerdings nicht beseitigt: Nach wie vor fahren die Autos unter dem Rathaus durch, eine Folge des nicht ganz gelungenen Spagats zwischen Fussgängerbedürfnissen und der wirklich schwierigen Verkehrsführung in dem kompliziert angelegten Dorf.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 22.01.2008 - 16:41:00