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Digitale Erweiterung steht zur Diskussion

An einer Tagung befassten sich rund 300 Thurgauer Lehrkräfte und Schulleiter mit der Frage, wie Informations- und Kommunikationstechnologien in der Schule sinnvoll eingesetzt werden können.

Wie können Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT/IKT) das Lernen und die Administration in den Schulen unterstützen? Die Neujahrstagung des Amtes für Volksschule in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) wählte damit ein Thema, das die Schulen vor grosse Herausforderungen stellt. Wie Erziehungsdirektor Jakob Stark in seiner Einleitung hervorhob, gehe es darum, «die Technik in den Griff zu bekommen», damit die Kinder den richtigen Umgang damit lernten. Der Kanton Thurgau stelle zwar Rahmenbedingungen für die Integration von ICT in den Schulen, setze aber vor allem auf freiwilligen Einsatz. Er wolle keinen Zwang, aber Anreize schaffen. So werden beispielsweise einmalige Beiträge an die Ausbildung von schulischen iScouts (Informatikverantwortlichen) bezahlt.

«Vom Hype zum Mehrwert»
Kurt Reusser, Professor für Pädagogische Psychologie und Allgemeine Didaktik an der Universität Zürich, betonte in seinem Referat das grosse Potenzial der neuen Kommunikationstechnologien für den Lernraum Schule. Neue Medien könnten die Kernaufgaben der Schule («Lernen soll ein konstruktives Unternehmen sein, auch in der Schule.») produktiv unterstützen. Dabei gehe es um Unterrichtsqualität, indem etwa die Individualisierung und Strukturierung des Unterrichts gefördert werden können. Reusser warnte vor überhöhten Erwartungen oder übertriebenen Sorgen. ICT würden allmählich vom Hype zum Mehrwert, weil sie die Entwicklung unserer Kultur begünstigten. Die Schule spiele darin die Rolle als Vermittlerin von Kernkompetenzen, die Anstrengung für das individuelle Lernen müsse aber auch in Zukunft geleistet werden: «Wissen bleibt aktive Transformation.»

Leitmedium Internet
Kurt Schmid, Leiter des Zentrums für Medien an der PHTG, brachte die Änderung des Wissensbegriffs zur Sprache. Das traditionell elementare Schulwissen sei zwar noch ein historisch begründetes «Buchwissen», doch inzwischen hätten Fernsehen und Internet das Buch als Leitmedium abgelöst. Dieser Wandel habe sich in der Gesellschaft längst vollzogen. Die Schule müsse nun aufpassen, dass sie nicht die Zwei auf dem Rücken trage. Multimedia müsse in der Schule mit einbezogen und produktiv eingesetzt werden. «Wenn wir uns nicht Beine machen, tun es die Eltern und Kinder.»

Breit gefächerter Impuls
In den anschliessenden Workshops wurden Erfahrungen mit der Schuldatenvernetzung, Lernplattformen, ICT und Begabungsförderung ausgetauscht, aber auch mögliche Zukunftsszenarien entworfen (Bildung in virtuellen Welten, YouTube im Schulzimmer?). Das Amt für Volksschule und die PHTG wollten die Tagung als Impuls verstanden haben. Sie sollte den Blick für das Ganze schärfen. Die Fragestellungen waren entsprechend vielfältig, breit gefächert und – es versteht sich von selbst – nicht abschliessend zu beantworten.

ThurgauThurgau / 24.01.2008 - 16:43:00