
«Die Wirtschaftskrise wird’s schon richten»
St.Gallen. Die JUSO nimmt in folgender Medienmitteilung Stellung zur Ablehnung der Kantonsratskommission der Lehrstelleninitiative.
Die Medienmitteilung im Wortlaut:
Die Lehrstellenproblematik ist gross. Und sie wird mit der Wirtschaftskrise garantiert noch verschlimmert. Auch wenn die Bürgerlichen und die Regierung sowie der Kantonsrat dies nicht so sehen.
Im Jahr 2006 haben nur zwei Drittel aller Schulabgängerinnen und -abgänger eine Lehre oder Anlehre begonnen. Neun Prozent besuchten eine weiterführende Schule. 10 Prozent wählten eine andere, individuelle Lösung. Die restlichen 15 Prozent mussten sich für eine Zwischenlösung entscheiden. Mühe bei der Lehrstellensuche haben vor allem Jugendliche der letzten Migrationswelle. Das sind Jugendliche aus Serbien, Mazedonien, afrikanischen Ländern und der Türkei.
Streichkonzert
Wo kann ein Arbeitgeber und oder Ausbildner am einfachsten Geld sparen? Richtig; ein, zwei Lehrstellen streichen. Deshalb ist die Bildung eines Fonds, aus dem die Ausbildner eine Entschädigung für die Kosten, die ihm aus den Lehrlingen entstehen, nun dringender denn je. Und genau dies fordert die Lehrstelleninitiative der JUSO.
Damit Betriebe unterstützt werden, die Lehrlinge ausbilden, und die Jungen nicht die grössten Verlierer der Wirtschaftskrise sind. Im Kanton St.Gallen stellen nur zirka 30 Prozent aller Betriebe, welche die Möglichkeit zur Ausbildung von Lehrlingen hätten, Schulabgängerinnen und -abgänger ein.
Bewährtes Rezept
Vergleichbare Fonds und Ideen sind bereits in verschiedenen Kantonen in die Tat umgesetzt worden. Es sind dies die Kantone Wallis, Neuenburg, Genf und Freiburg. Im Herbst 2008 wurde auch vom Volk in Zürich der Entscheid, einen entsprechenden fonds einzurichten, angenommen. Mit 58 Prozent der Stimmen war das Ja sehr deutlich.
Veränderung Notwendig
«Wenn wir wollen, dass alles bleibt,
wie es ist, dann ist es nötig,
dass alles sich verändert.»
Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Der Leopard
Wir brauchen diese Veränderung, damit unsere Jugend mit einer Lehre einen Grundstein für die Zukunft setzten kann.