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Die Steinach wird von Abwasserbelastung befreit

St.Gallen. Die Stadt legt ein Projekt vor, um die Steinach von einer Abwasserbelastung zu befreien. Diese verursacht üble Gerüche und Schaumbildung.

Der St.Galler Stadtbach Steinach ist unterhalb der Abwasserreinigungsanlage Hofen bis zum Bodenseedelta ein ökologischer Problemfall. Üble Gerüche, Schaumbildung und eine starken Erwärmung stören nicht nur die Menschen, sondern beeinträchtigen auch die Tier- und Pflanzenwelt.

Grund der schlechten Wasserqualität ist aber nicht eine mangelhafte Reinigungsleistung der ARA Hofen. Diese ist gut und entspricht einem zeitgemässen Ausbaustandard. Verursacht wird die Gewässerbelastung vielmehr durch den grossen Anteil an gereinigtem Abwasser. Dieses macht bei Trockenwetter bis zu 80 Prozent der gesamten Wassermenge der Steinach aus. Die Wasserqualität entspricht also aufgrund des schlechten Mischverhältnisses zwischen Frischwasser und gereinigtem Abwasser nicht den Anforderungen des Gewässerschutzes.

Jetzt legt die Stadt St.Gallen ein Projekt vor, um die Steinach von der Abwasserbelastung zu befreien. Es ist geplant, die ARA Hofen via Druckleitung an die Seeleitung der ARA Morgental bei Steinach anzuschliessen und so das geklärte Abwasser direkt in den Bodensee zu leiten. Pro Natura St.Gallen-Appenzell, der WWF St.Gallen und der NVS haben sich intensiv mit diesem Vorhaben beschäftigt. Bedenken kamen bezüglich der Belastung des Bodensees auf. Tatsache ist aber, dass auf der kurzen Fliessstrecke der Steinach kaum eine Selbstreinigung des eingeleiteten Abwassers stattfinden kann. Dem Bodensee werden also mit dieser Art der Einleitung keine zusätzlichen Abwasser zugeführt.

Der zweite Problemkreis betrifft die neue Wasserführung der Steinach. Hier stellt sich die naturschützerisch wichtige Frage, ob die verbleibenden Wassermengen ausreichen, um das Austrocknen des Flussbettes zu verhindern. Dieser zentralen Frage sind Experten im Auftrag der Stadt nachgegangen. Sie sind zum Schluss gekommen, dass die Gefahr des regelmässigen Austrocknens nicht besteht. Da aber weniger Wasser die Steinach hinunterfliesst, ist das Flussbett den neuen Verhältnissen anzupassen. Bei der bevorstehenden Gewässersanierung im Unterlauf bietet sich daher die Gelegenheit, den heute monotonen Abschnitt ökologisch aufzuwerten. Eine wichtige Verbesserung auch für den Erlebniswert der Steinach.

Die Steinach ist damit eindeutig Gewinnerin dieses Vorhabens. Die Wasserqualität wird markant verbessert und die starke Erwärmung entfällt. Zudem ist vorgesehen, das Gefälle der neuen Druckleitung zwischen den ARAs Hofen und Morgental zur Stromerzeugung und die im Abwasser enthaltene Wärme als Fernwärme zu nutzen.

Trotz der positiven Bilanz dieses Projekts gehört zu einem nachhaltigen Gewässerschutz, dass problematische Stoffe gar nicht erst ins Wasser gelangen. Weitere Anstrengungen sind also bei den vorbeugenden Massnahmen notwendig, insbesondere bei punktuellen Schadstoffquellen und durch weitere Verbote gefährlicher Stoffe (zum Beispiel Herbizide). Auch werden derzeit verschiedene neue Techniken zur weiteren Elimination von problematischen Stoffen (zum Beispiel Mikroverunreinigungen) in Pilotanlagen getestet.

Sobald diese Praxis tauglich sind, müssen sie rasch eingeführt werden. Mit diesen Massnahmen lässt sich die Gewässersituation weiter markant verbessern und der Bodensee langfristig als Trinkwasserreservoir von Millionen von Menschen und Lebensraum von vielen Pflanzen und Tieren schützen.

St.GallenSt.Gallen / 06.05.2009 - 08:45:48