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Die Ostschweiz auf der Überholspur

Die Wirtschaft wächst wieder - und davon profitiert auch die Ostschweiz. Besonders gut sieht es bei den Exporten aus.

Im ersten Halbjahr 2007 hat die Konjunkturlokomotive «Export» ihre geballte Kraft entfaltet und die Industrie zur Spitzengeschwindigkeit gezogen. Dadurch hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt spürbar verbessert, die Zahl der Arbeitslosen sank und die offenen Stellen nahmen zu. Das Konjunkturhoch hat sich nun auch auf den Detailhandel ausgeweitet.

Der neueste Konjunkturtest der IHK und der St.Galler Kantonalbank belegt die hervorragende Verfassung der Ostschweizer Wirtschaft. Noch zeigt die Konjunktur kaum Ermüdungserscheinungen, und die Aussichten auf die kommenden Monate sind viel versprechend. Das gilt sowohl für die Industrie als auch für die Dienstleistungen. Nur in der Bauwirtschaft dürfte der Boom der letzten Jahre langsam ausklingen.

Kapazitätsengpässe in der Industrie
Angetrieben von steigenden Exporten setzt sich der Gipfelsturm in der Industrie fort – sowohl bezüglich Geschäftsgang und Ertragslage als auch bezüglich Auftragsbestände. Diese Hochstimmung wird vor allem von der unser Branchenbild dominierenden Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) geprägt. In diesen Schlüsselindustrien zeigt sich aber auch, dass zunehmend Kapazitätsengpässe auftreten. Gut ein Viertel der befragten Unternehmen geben an, in ihrer Produktion durch Kapazitätsengpässe behindert zu werden. Weiterhin wolkenlos präsentiert sich der Konjunkturhorizont in der Chemie- und Kunststoffbranche. In der Textilindustrie hingegen ist das Konjunkturklima nicht mehr als erträglich und mit steigenden Temperaturen darf nicht gerechnet werden. Die einzige Branche, in welcher das Konjunkturbarometer gefallen ist, ist die Papier- und Druckindustrie. Zudem erwartet diese Branche in den kommenden Monaten einen Rückgang der Bestellungseingänge.

Aufschwung erfasst Detailhandel
Es hat lange gedauert, aber nun ist es soweit: Die gute Konjunktur breitet sich auch auf den Detailhandel in der Ostschweiz aus. Verantwortlich für einen kräftigen Umsatzanstieg im letzten Quartal von rund 7% sind der Anstieg der Beschäftigung, der Einkommen und damit verbunden der Konsumentenstimmung. Die erfreuliche Entwicklung hat auch die Zuversicht gestärkt, erwarten die Detaillisten doch, dass das vorgelegte Tempo auch im zweiten Halbjahr anhalten wird.

Zenit im Bau erreicht
Im ersten Halbjahr entwickelte sich die Bautätigkeit in der Ostschweiz weiterhin erfreulich, entsprechend gut fällt die Beurteilung der Geschäftslage aus. Einige Indikatoren weisen jedoch darauf hin, dass im weiteren Verlauf des Jahres von einer Abflachung der Entwicklung ausgegangen werden muss. Arbeitsvorrat und Auftragserwartungen der Bauunternehmer, speziell in den Kantonen Appenzell Ausser- und Innerrhoden sowie St.Gallen, untermauern diese Tendenz. Gemäss den Testteilnehmern wird das Ausbaugewerbe diese Abflachung schwächer zu spüren bekommen als das Bauhauptgewerbe. Innerhalb des Bauhauptgewerbes sind die Aussichten im Tiefbau besser als im Hochbau. Mit einem Einbruch ist aber auch im Hochbau nicht zu rechnen.

Aussenhandel im Dauerhoch
Wer hätte gedacht, dass nach dem letzten Jahr der Superlative die Exporte aus der Ostschweiz im ersten Halbjahr 2007 nochmals um 18% zulegen würden? Dieser Leistungsausweis ist in mehrerer Hinsicht beeindruckend. Erstens wurde das schweizerische Exportwachstum deutlich übertroffen.

Zweitens legten sämtliche Branchen im zweistelligen Prozentbereich zu, auch die Schwergewichte Maschinen- / Elektro- und die Metallindustrie. Drittens sind nicht die asiatischen Länder – auch nicht China und Indien – für den Zuwachs hauptsächlich verantwortlich, sondern Deutschland und die USA. Viertens sind die Ausfuhren von Konsumgütern stärker gewachsen als diejenigen von Investitionsgütern. Und fünftens hält der Aufwärtstrend nun seit Beginn 2003 an.

Arbeitslosigkeit auf der Rutschbahn
Gemäss dem Beschäftigungsbarometer des Bundesamtes für Statistik und Schätzungen der IHK sind seit Beginn des Jahres 2006 im Kanton St.Gallen ca. 7000 neue Arbeitsplätze entstanden (+3%). Damit hat das Beschäftigungsvolumen den höchsten Wert seit der erstmaligen Erhebung vor sechs Jahren erreicht. Besonders dynamisch – im schweizerischen Vergleich – entwickelten sich in unserer Region die Industrie und das Gewerbe. Spiegelbildlich zur Beschäftigung hat sich die Zahl der Arbeitslosen reduziert: Innerhalb eines Jahres hat die Anzahl der Arbeitslosen in der Ostschweiz um rund 33% abgenommen. Und diese erfreuliche Entwicklung dürfte sich fortsetzen, planen doch im kommenden Quartal 24% der Industriebetriebe eine Erhöhung der Beschäftigung und nur 3% eine Reduktion.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 27.07.2007 - 12:51:00