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Die Grenzen zwischen «normal» und «verrückt»

Im Rahmen des 100 Jahre Jubiläums des Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden wird ein Filmabend durchgeführt.

Der französische Fotograf und Filmemacher Raymond Depardon hat sich in seinen dokumentarischen Arbeiten immer wieder dem Inneren von Institutionen zugewandt. In San Clemente ist es eine psychiatrische Klinik auf der gleichnamigen italienischen Insel nahe Venedig.

Er filmte dort zehn Tage lang den Alltag der Patienten, Ärzte und Krankenpfleger und wagte sich damit auf ein Gebiet, das der Öffentlichkeit sonst meist verschlossen bleibt. In langen Einstellungen dokumentiert die Kamera weniger Vorgefundenes als Initiiertes oder Provoziertes, etwa die Verhaltensweisen der Protagonisten, die auf die Anwesenheit des Filmemachers reagieren.

Depardon ist in seinen Dokumentarfilmen ein stiller Beobachter. Scheinbar unbeteiligt registriert er, ohne ordnende Absicht, ohne einzugreifen, und ist dennoch gegenwärtig. Kein Erkenntnisinteresse lenkt den Blick auf etwas Besonderes, keine These soll bewiesen werden. Er hält sich an das Offensichtliche, schaut der Wirklichkeit dabei zu, wie sie sich selbst inszeniert. Die Gegenwart macht dabei zwischen den Fakten die Fiktion sichtbar. Dieser Film ist ein Spaziergang auf einer Insel der speziellen Art, der die Grenzen zwischen «normal» und «verrückt» in würdevoller Weise, humorvoll und offen darstellt – und manchmal auch verwischt. Eine wunderbar liebevolle Hommage ans «Verrücktsein».


Freitag: 25. April, um 20 Uhr Ort: Psychiatrisches Zentrum Herisau, Krombachkapelle

SAN CLEMENTE Frankreich, 1981, sw, 100 min., I/d,

Regie und Buch: Raymond Depardon, Sophie Ristelhueber (Koordination: Cléo Vernier)

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 08.04.2008 - 16:16:00