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Die Gewaltspirale stoppen

AR. Aufgrund der zunehmenden Jugendgewalt wird die Kantonspolizei ab dem 1. Juli mit acht Jugendkontaktpolizisten arbeiten.

Raubdelikte, Einbruchdiebstähle, Körperverletzungen, Sexualdelikte und Sachbeschädigungen: Im Jahr 2007 war bei jedem dritten der statistisch erfassten Delikte ein Jugendlicher der Täter. 64 Prozent aller Körperverletzungen wurden von Jugendlichen getätigt, bei Diebstählen und Sachbeschädigungen lag die Beteiligung der Jugendlichen bei 60 Prozent und bei sexuellen Handlungen sogar bei 67 Prozent.

«Diese hohe Beteiligung ist alarmierend», so Stefan Kühne, Chef der Kriminalpolizei des Kanton Ausserrhoden. Polizeikommandant Hansjörg Ritter ergänzt: «Bei näherer Betrachtung der aktuellen Zahlen der Kriminalstatistik aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden wird die Notwendigkeit der Jugendkontaktpolizei ersichtlich.»

Ab Juli vier Jugendkontaktpolizisten mehr
Seit dem Jahr 2003 sind vier Jugendkontaktpolizisten im Einsatz. Nun wird aufgestockt: Ab dem 1. Juli 2008 werden acht Jugendkontaktpolizisten im Einsatz sein. Die Jugendkriminalität soll durch die erhöhte Polizeipräsenz gesenkt werden und die Nachhaltigkeit im Bereich der vielfältigen Präventionsmassnahmen optimiert werden. Zusätzlich wird die Jugendkontaktpolizei bei Gewaltdelikten konsequent einschreiten und handeln, aber auch die kantonale und interkantonale Vernetzung in diesen Bereichen fördern.

Gemeinsam gegen Jugendgewalt
«Wir sind überzeugt, dass wir uns mit dem Konzept auf dem richtigen Weg befinden. Um jedoch nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern eine echte Nachhaltigkeit zu erzielen, wird die Mitwirkung aller im Jugendbereich tätigen Institutionen benötigt. Gemeinsam und vor allem zusammen mit Jugendlichen kann eine nachhaltige Wirkung gegen Jugendgewalt erzielt werden», so Ritter. Des Weiteren erläutert er, dass die Gewaltspirale nicht allein mit polizeilichem Engagement gestoppt werden könne. Auch die Gesellschaft und die Erziehungsberechtigen müssten ihre Verantwortung wahrnehmen.

«Kick», Alkohol und Perspektivlosigkeit
Für die hohe Quote der Jugenddelinquenz gibt es laut Ritter viele Gründe: «In vielen Fällen geben Jugendliche bei der polizeilichen Befragung an, sie wüssten eigentlich selbst nicht, weshalb sie die Delikte begangen hätten. Sie hätten einfach den ‚Kick’ gebraucht oder aus Langeweile gehandelt.» Wie Ritter weiter erläutert, seien vielfach Alkohol- oder Betäubungsmittelkonsum im Spiel. Zudem spiele auch die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher sowie mangelnde Integration eine wichtige Rolle. Dennoch: «Probleme verursachen lediglich rund fünf Prozent der Jugendlichen», so Ritter abschliessend. «Die überwiegende Mehrheit unserer Jugend ist völlig in Ordnung.»

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 19.03.2008 - 14:06:00