«Die Gemeinde wird profitieren»
Urnäsch. appenzell24.ch sprach mit Gemeindepräsident Stefan Frischknecht über das neue Projekt zur regionalen Entwicklung.
Seit dem 1. Januar des vergangenen Jahres können beim Bund Projekte eingereicht werden, welche die regionale Entwicklung fördern. Voraussetzung ist, dass diese Massnahmen zur Schaffung von Wertschöpfung in der Landwirtschaft beinhalten. Nun wird die Unterstützung schweizweit zum ersten Mal umgesetzt. Vorreiter ist Urnäsch. Das von der Gemeinde beim Bund eingereichte Projekt, das aus fünf Teilprojekten besteht, wurde bewilligt.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,2 Millionen Franken, die zum Teil durch den Bund und den Kanton finanziert werden. Die landwirtschaftliche Kreditkasse gewährt zusätzlich einen Kredit von über 900`000 Franken. Die restlichen 2,9 Millionen Franken müssen durch Bank- und Privatkredite gedeckt werden. Unsere Zeitung stellte dem Gemeindepräsidenten Stefan Frischknecht zu dem Projekt einige Fragen.
Welcher Teil des Projektes ist Ihnen ein besonderes Anliegen und warum?
Stefan Frischknecht: Eine Wertung ist schwierig. Das Besondere ist, dass die Teilprojekte von verschiedenen Trägerschaften unabhängig voneinander sind und doch ein gemeinsames Ziel verfolgen. Wirtschaftlich betrachtet ist wahrscheinlich das wichtigste Projekt der Neubau der Käserei auf dem Standort der ehemaligen Liegenschaft Hecht. Gleichzeitig ist es auch das Risikoreichste. Grundsätzlich sind aber alle bestehenden Teilprojekte wichtig.
Warum ist Ihrer Meinung nach Urnäsch als erste Gemeinde ausgesucht worden?
Wir haben schon sehr gute Vorarbeit geleistet. Vor zwei bis drei Jahren haben wir bereits Überlegungen bezüglich eines Landschaftsparkes angestellt. Das REKA Feriendorf, das in starkem Zusammenhang mit dem Agrotourismus stehen wird, ist beinahe fertiggestellt. Einige Projekte waren schon vor der neuen Gesetzesbestimmung in Arbeit. Das hat uns die Bewilligung natürlich erleichtert. Auch der Begleitbrief von dem Dienstleistungsunternehmen für die Entwicklung der Landwirtschaft Agridea und der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft hat vieles zur Realisierung beigetragen.
Inwiefern glauben Sie, dass die Gemeinde von dem gesamten Projekt profitieren wird?
Urnäschs Positionierung wird durch dieses Projekt gestärkt werden. Die Gemeinde wird als ganzer Lebensraum profiteren. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten werden gesteigert, neue Arbeitsplätze geschaffen und die Verdienstmöglichkeiten verbessert. Der Zweck der ganzen Angelegenheit ist vor allem, den Menschen die Region schmackhaft zu machen, ihnen Chancen zu bieten und sie dadurch zum «Dortbleiben» zu motivieren.
Wie erfolgt jetzt die genaue Umsetzung?
Mit der Eröffung des REKA Feriendorfs am 15. März werden die acht zukünftigen «Appenzeller Erlebnisbauernhöfe» schon fertig eingerichtet sein. Bei den Betrieben sind nur noch sanitäre oder sicherheitstechnische Kleinigkeiten zu ändern. Auch die anderen finanziell kleineren Projekte sind bereits in der Realisierungsphase. In Bezug auf den Milchverarbeitungsbetrieb kommt noch einiges an Arbeit auf uns zu. Wir müssen uns nicht nur um die architektonischen Angelegenheiten kümmern, sondern auch um das Marketing und die möglichen zukünftigen Abnehmer. In Betrieb gehen soll die Käserei dann Anfang 2009.
Das Entwicklungsprojekt Urnäsch umfasst fünf Teilprojekte:
– Neubau eines Milchverarbeitungsbetriebes für 2,7 Millionen Kilo Milch (ab Januar 2009 in Betrieb)
– Umbau und Einrichtung eines Käsereifungslagers für neue Käsespezialitäten durch die Firma Dörig Käsehandel AG (ab Januar 2009 in Betrieb)
– Investitionen bei verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben für agrotouristische Angebote unter anderem in Zusammenarbeit mit dem REKA Zentrum (ab März 2008 in Betrieb)
– Erstellung eines Landwirtschaftsweges durch Urnäsch Tourismus mit verschiedenen Stationen (ab Juni 2008)
– Naturschutzerlebnis für Familien in Zusammenarbeit mit dem Naturerlebnispark Schwägalp (ab Sommer 2008)
Ältere Artikel zu diesem Thema
– «6,2 Millionen für das neue Projekt» vom 10. Januar 2008



























