Die Angst vor dem Schulvogt
Leserbrief. Regula Streckeisen, Kantonsrätin EVP, findet HarmoS verdient ein überzeugtes Ja.
Als würdige Nachfahren von Willhelm Tell wehren wir uns gegen Vögte. Das ist gut so. Aber im Fall der Erziehungsdirektoren-Konferenz EDK sieht die Sache anders aus. Falls sie ein Konkordat erarbeitet wie im Fall von HarmoS, entscheiden die kantonalen Parlamente über den Beitritt und das Volk kann das Referendum ergreifen. So geschehen im Thurgau.
Mir persönlich war die Angleichung der 26 kantonalen Schulsysteme schon früh ein Anliegen. Ich freute mich, als 1970 das Schulkonkordat für den einheitlichen Schulbeginn im Spätsommer in Kraft trat. Damals mussten wir im Thurgau aufwändige Umstellungen vornehmen mit zwei Langschuljahren.
Diesmal können wir ohne Aufwand von der zusätzlichen interkantonalen Angleichung profitieren, zum Wohle derjenigen Schulkinder, deren Eltern in einen anderen Kanton umziehen.
Ich verstehe die Bedenken mancher Eltern, welche den Kindergarteneintritt mit 4 Jahren als verfrüht betrachten. Sie haben Angst, dass ihr Rückstellungsgesuch von der Schulbehörde nicht anerkannt wird. Das Thurgauer Erziehungsdepartement hat die Behörden jedoch aufgefordert, Rückstellungsgesuche von Eltern grosszügig zu behandeln und keine schulpsychologische Abklärung zu veranlassen.
Ich hoffe, dass diese Information verunsicherte Eltern zu beruhigen vermag und ihnen Rückendeckung gibt. HarmoS verdient ein überzeugtes Ja.



























