Die AHV den Bedürfnissen anpassen
Der Vorstand Sektion Ostschweiz der Gewerkschaft Kommunikation beschliesst einstimmig die JA-Parole zur AHV-Initiative.
Das heute starre AHV-Alter ist nicht mehr zeitgemäss. Es nimmt keine Rücksicht auf die unterschiedlichen Biografien und Bedürfnisse der Menschen. Die Initiative für ein flexibles AHV-Alter schlägt für das eine einfache und kostengünstige Lösung vor: Die freie Wahl des AHV-Alters ab 62 Jahren für alle ohne Rentenkürzung. Die Bundesverwaltung hat ausgerechnet, dass die Mehrkosten der Initiative knapp 800 Millionen Franken betragen. Der AHV-Beitrag muss für alle Versicherten nur um 0.12 Lohnprozente erhöht werden. Die gleiche Erhöhung müssen die Arbeitgeber übernehmen. Bei einem Durchschnittseinkommen sind das Fr. 6.50 pro Monat. Das ist die kostengünstigste aller Frühpensionierungslösungen.
Das UBS-Rettungspaket kostet uns SteuerzahlerInnen 68 Milliarden Franken. Der Crash des Abzockersystems übertrifft die schlimmsten Albträume. Dagegen sind die 800 Millionen für das flexible AHV-Alter ein «Klacks». Diese kommen erst noch fast allen Erwerbstätigen zu Gute. Zudem bietet die Initiative eine würdige Ausstiegslösung für ältere Erwerbstätige – für Arbeitnehmende sowie für Selbständige – wenn gesundheitliche oder arbeitsmarktliche Probleme auftauchen, was angesichts des Finanzdebakels bald bittere Realität werden könnte. Die Initiative löst zentrale sozialpolitische Probleme, denn ab 60 sinkt die Erwerbsquote dramatisch auf 53,2 %.
Es ist eine Tatsache, dass ältere Arbeitnehmende auf dem Arbeitsmarkt kaum mehr Chancen haben. Wer über 60 eine Stelle verliert, hat grosse Mühe wieder eine neue zu finden. Die Wahrscheinlichkeit, nie mehr eine zu finden, ist sehr hoch. Wer fit ist und einen guten Job hat, arbeitet auch nach Erreichen des 62. Altersjahres weiter. Jeder und jede einzelne wird es sich genau überlegen, ob die Erwerbsarbeit aufgegeben werden soll. Wer sich arbeitsmüde, überfordert oder im Beruf nicht mehr akzeptiert fühlt, kann mit der Initiative bereits mit 62 aufhören – oder Teilzeit weiter arbeiten. Der Vorstand der Sektion Ostschweiz der Gewerkschaft Kommunikation mit über 2’000 Mitgliedern hat gerade auch angesichts der aktuellen Finanzkrise für diese Vorlage einstimmig die Ja-Parole beschlossen.



























